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Landtechnik

Keiki

Englisch: keiki

Junge Pflanze bei Orchideen, die sich nach der Blüte an der Triebachse entwickelt.

Keiki: ein geklonter Orchideen-Nachwuchs, der auf dem Mutterschaft wächst

Ein Keiki ist ein Adventiventil, das sich auf dem Stamm oder Halm einer reifen Orchidee entwickelt, typischerweise nachdem die Pflanze geblüht hat. Der Begriff stammt aus dem Hawaiianischen und bedeutet "Kind" oder "Kleines". Im Gegensatz zu einem Sämling, der aus sexueller Vermehrung resultiert, ist ein Keiki ein genetischer Klon seiner Mutterpflanze. Das macht ihn wertvoll für die Vermehrung von Orchideen mit bewährten Blütenmerkmalen und Farben.

Keikis entstehen am zuverlässigsten bei sympodial wachsenden Orchideen wie Dendrobium-Arten, treten aber gelegentlich auch bei monopodial wachsenden Typen wie Phalaenopsis auf. Sie entstehen aus ruhenden Knospen entlang des Stammes oder von der Basis verbrauchter Blütentriebe. Der junge Pflanzling entwickelt sein eigenes kleines Wurzelsystem, während er noch mit der Mutterpflanze verbunden ist, und zieht Feuchtigkeit und Nährstoffe aus dieser Verbindung. Manche Züchter lösen die Keiki-Bildung gezielt aus, indem sie Cytokinin-haltige Wuchsregulatoren auf ruhende Knoten auftragen. Auch Umweltstress wie verlängerte kühle Nächte kann die Bildung anregen.

Vermehrung und Zeitplan

Ein Keiki braucht typischerweise vier bis acht Monate, um Wurzeln von 1 bis 2 cm Länge zu entwickeln, bevor er sicher von der Mutterpflanze getrennt werden kann. Die Trennung sollte erst erfolgen, wenn die Wurzeln deutlich sichtbar und etwas verholzt sind; zu frühes Abtrennen führt zu hohen Ausfallquoten. Nach der Trennung benötigt die junge Pflanze in der ersten Wachstumssaison feuchte Bedingungen und sorgfältige Bewässerung, da ihr Wurzelsystem flach und leicht beschädigbar ist.

Der kommerzielle Reiz von Keikis liegt in der eingesparten Zeit im Vergleich zur Anzucht von Orchideen aus Samen, die fünf bis sieben Jahre bis zur Blühreife brauchen können. Ein Keiki kann zwei bis drei Jahre nach der Bewurzelung und Etablierung blühen. Das macht die Keiki-Vermehrung für Orchideengärtner und Hobbyzüchter wertvoll, wenn es um seltene oder teure Sorten geht, bei denen die genetische Erhaltung wichtig ist.

Züchter sollten Keikis regelmäßig auf Schädlingsbefall und Pilzfäule an der Ansatzstelle überprüfen, besonders wenn die Luftfeuchte hoch ist. Die Verbindung zwischen Keiki und Mutterpflanze kann zur Eintrittsstelle für Bakterien oder Pilze werden, wenn sie zu nass gehalten wird oder unter schlechter Belüftung leidet. Nach der Trennung und zum Umtopfen folgt ein Keiki der Standard-Orchideenpflege seiner Art.

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