Anzug
Englisch: suit
Ein zusammengehöriges Kleidungsset, heute besonders ein Herrenanzug aus matching Jacke und Hose (auch Business-Anzug oder Lounge-Anzug), oder ein ähnliches Outfit für Damen.
Anzug: abgestimmte Jacke und Hose, der Industriestandard
In der Fertigung und im Handel ist ein Anzug ein aufeinander abgestimmtes zwei- oder dreiteiliges Kleidungsset, traditionell aus Jacke und Hose, die aus demselben Stoff geschnitten und in derselben Charge gefärbt werden. Bei Frauenanzügen kann das Set aus einer Jacke und einem Rock oder einer Hose bestehen. Die einzelnen Teile sind so konzipiert, dass sie zusammen als ein Outfit getragen werden, mit aufeinander abgestimmtem Fasergehalt, Bindung und Farbe, die über alle Produktionschargen hinweg gleichbleibend sind.
Die industrielle Herstellung von Anzügen unterscheidet sich von der Einzelteilfertigung, weil mehrere Schnittmusterteile mit engen Toleranzen geschnitten, genäht und fertig gestellt werden müssen. Die Schrumpfungsraten müssen über Jacke und Hose hinweg einheitlich sein, da eine Abweichung von 2 Prozent bei Wolle nach dem Pressen und Dämpfen zu einer spürbaren Farbverschiebung oder Passformabweichung führen kann. Knöpfe, Futter und Zwischenlage müssen in Stärke und Oberflächenfinish aufeinander abgestimmt sein. Die Qualitätskontrolle erfordert nicht nur die Überprüfung einzelner Teile, sondern auch die des fertiggestellten Sets auf Symmetrie und Hängung.
Materialien und Konstruktionsvarianten
Anzüge werden typischerweise aus Wolle, Wollmischungen, Baumwolle, Leinen oder Kunstfasern hergestellt. Ein Businessanzug oder Lounge Suit verwendet ein Anzugsstoffgewebe mit enger Bindung, meist 200 bis 300 gsm, das knitterfest ist und seine Form behält. Die Jacke ist mit Rosshaar, Leinen oder synthetischer Einlage verstärkt, um Struktur zu verleihen; die Hose hängt an einem Bund mit Seitenverstellern oder Gürtelschlaufen. Ein dreiteiliger Anzug ergänzt eine passende Weste. Ungefütterte oder halb gefütterte Jacken sind leichter, erfordern aber geschickteres Handwerk, um Nähte sauber zu verbergen.
Der Begriff "Anzug" spiegelt die Anforderung wider, dass Kleidungsstücke aufeinander "abgestimmt" oder zueinander passen. Die Produktionseffizienz hängt davon ab, Jacke und Hose nacheinander aus demselben Stoffballen zu schneiden, um Abfall zu minimieren und Chargeneinheitlichkeit zu gewährleisten. Die Massenproduktion nutzt Lagen von 50 bis 200 Stofflagen, wobei Schnittmuster so optimiert sind, dass beide Teile aus einem einzigen Stapel geschnitten werden, was Arbeitszeit spart und Farbgleichmäßigkeit verbessert.
Häufige Mängel bei der Anzugsherstellung sind Farbabweichungen zwischen Jacke und Hose, Taschenverformung durch Oberstich-Spannung, Kragenrollen, das nach der chemischen Reinigung die Form nicht hält, und Hosenausbeulung am Knie durch unzureichende Stabilisierung von Schussbereichen. Nähte sollten gefällt oder gebunden statt einfach überkettet sein, da Anzüge wiederholtem Pressen und Verschleiß ausgesetzt sind, die ebene Nähte belasten. Der Ärmelkopf und die Armlochlinie sind kritische Druckpunkte, die sorgfältiges Einlegen und Verstärkung erfordern.