Sommerreifen
Englisch: summer tire
Ein Reifen mit langer Lebensdauer bei warmen Bedingungen, der Grip in nassen und trockenen Zuständen bewahrt und bei heißem und kühlem Wetter funktioniert, aber keinen Grip bei kaltem oder Frostwetter behält.
Sommerreifen: Gummi für warme Witterung, das unter 7 °C die Bodenhaftung verliert
Ein Sommerreifen ist ein Luftreifen, der konstruiert ist, um maximale Bodenhaftung und Laufleistung bei Temperaturen über etwa 7 Grad Celsius zu liefern. Im Gegensatz zu Ganzjahres- oder Wintermischungen wird die Gummimischung bei Kälte hart und verliert an Elastizität. Das ist der Grund, warum Sommerreifen auf kaltem Belag rutschig werden und unterhalb dieser Schwelle unsicher sind, unabhängig davon, ob Schnee oder Eis vorhanden ist.
Sommerreifen-Mischungen basieren auf weicheren Synthetik- und Naturkautschuk-Blends, die bei Hitze geschmeidig bleiben. Das Profilmuster ist flacher und enger angeordnet als bei Winter- oder Ganzjahresausführungen und optimiert die Aufstandsfläche für Bremsungen und Kurvenfahrten auf trockener Fahrbahn. Die Sipenichte (dünne Schlitze im Profil) ist niedriger als bei Winterreifen, weil Sipen zum Ableiten von Wasser und für Griffigkeit auf Eis ausgelegt sind, was bei Sommeranwendung nicht der Hauptfokus ist. Der niedrigere Rollwiderstand des Gummis verbessert auch den Kraftstoffverbrauch auf warmem Belag.
Die Leistungsklassen sind sehr unterschiedlich. Hochleistungs-Sommerreifen verwenden noch weichere Mischungen und sind für Fahrzeuge über 160 km/h zugelassen; sie verschleißen schneller, liefern aber überlegenes Handling. Touren-Sommerreifen setzen auf Langlebigkeit und ruhigen Lauf und halten oft 50.000 bis 70.000 Kilometer. Sommerreifen für Fahrzeuge der Einstiegsklasse balancieren in der Regel Kosten, Haltbarkeit und ausreichende Bodenhaftung bei normaler Autobahngeschwindigkeit.
Das kritische Ausfallszenario tritt auf, wenn Sommerreifen auf kaltem Belag gefahren werden. Unter 7 Grad Celsius wird die Mischung steif und verliert die Mikro-Griffigkeit auf der Fahrbahn, was die Bremsstrecke erheblich verlängert. Ein Sommerreifen auf kaltem, trockenem Belag kann 25 Prozent mehr Bremsweg benötigen als derselbe Reifen bei 20 Grad Celsius. Die Nassgrifigkeit verschlechtert sich bei Kälte ebenfalls deutlich, weil der versteiferte Gummi sich nicht an die Belagstruktur anpassen kann.
Sommerreifen sind Serienausstattung in mediterranen, subtropischen und warm gemäßigten Klimazonen ohne verlängerten Winter. In Kontinentalregionen mit echter Wintersaison werden Sommerreifen typischerweise von April bis September montiert und gewechselt, wenn die Temperaturen durchgehend unter 7 Grad Celsius fallen. Regelungen in mehreren Rechtsräumen schreiben Winterreifen während bestimmter Wintermonate oder bei Winterbedingungen vor und verbieten damit faktisch ganzjährig verwendete Sommerreifen in diesen Zeiträumen.