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Bergbau und Gewinnung

Weichenwärter

Englisch: switch keeper

Ein Arbeiter, der die Weichen oder Ausweichstellen auf den unterirdischen Bahnen überwacht.

Weichensteller: der Arbeiter, der die Übergänge der Grubenbahn bediente

Ein Weichensteller war ein Untertagarbeiter im Bergbau, der für das Bedienen und Instandhalten der Weichen an Ausweichstellen und Kreuzungen des Bahnnetzes zuständig war, das Kohle und Erz transportierte. Diese Arbeit gab es in Kohlebergwerken und Erzgruben, wo Grubenbahnnetze das Rückgrat der Förderung bildeten, besonders in britischen Steinkohlengruben vom 19. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Der Weichensteller stand an einem festen Platz, oft in einer kleinen Baracke oder einem Unterstand, und betätigte die Weichenmechanismen von Hand, um beladene oder leere Waggons auf das richtige Gleis zu lenken.

Weichen in Grubenbahnnetzen waren einfache mechanische Vorrichtungen, normalerweise mit Hebelbetätigung, die ein bewegliches Schienenblatt (die Zunge) so verstellten, dass es mit dem linken oder rechten Gleis ausrichtete. Ein Weichensteller musste den Fahrplan der Waggonbewegungen kennen, das Ziel jeden Waggons wissen und den aktuellen Zustand der vorgelagerten Strecke überblicken. Fehler konnten zu Waggonzusammenstößen, Entgleisungen oder Ladungsschäden führen. Die Arbeit war monoton, erforderte aber ständige Aufmerksamkeit, besonders in tieferen oder stärker frequentierten Gruben mit regelmäßigem Waggonverkehr.

Varianten und Arbeitsbedingungen

In größeren Bergbaubetrieben arbeiteten mehrere Weichensteller in verschiedenen Schichten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Manche Weichen wurden nur mit Hand betätigt, andere, besonders auf steilen Strecken oder stark frequentierten Linien, bekamen später hydraulische oder pneumatische Unterstützung. Die Weichensteller-Baracke enthielt oft einen kleinen Ofen, eine Warnklingel oder ein Telefon für die Verständigung mit den Förderleuten und ein Logbuch zum Eintragen der Fahrten. Wasser, Staub und Kälte waren ständige Gefahren; die Belüftung in diesen kleinen Unterkünften war oft unzureichend.

Diese Tätigkeit wurde seltener, nachdem mechanisierte Förderanlagen und elektrische Seilzugbahnen in vielen Gruben die Bahnnetze ersetzten. Aber in kleineren oder älteren Gruben arbeiteten Weichensteller noch bis in die 1970er und 1980er Jahre. Die Arbeit erforderte keine formale Ausbildung, verlangte aber Ortskenntnis und Zuverlässigkeit; sie wurde oft älteren Bergleuten gegeben, die sich von Verletzungen erholten, oder jüngeren Arbeitern, die in den Grubenbetrieb eingearbeitet wurden.

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