TE
Abkürzung für transporter-erector
TE: der Raketenwagen, der Lenkflugkörper vom Boden aus startet
Ein Transporter-Erector (TE) ist ein schwerer Lastwagen oder Kettenfahrzeug, das einen taktischen Lenkflugkörper in seiner Behälterverpackung transportieren kann, zu einem Startplatz fährt und die Waffe mit einem hydraulischen oder mechanischen Erhebungsarm in Abschusswinkel bringt. Der TE vereinigt drei Funktionen auf einer Plattform: Transport des Lenkflugkörpers vom Lager zum Einsatzgebiet, Positionierung am Startpunkt und Neigung des Startrohrs zum erforderlichen Winkel, typisch zwischen 0 und 75 Grad je nach Lenkflugkörpersystem.
Der TE ist das Rückgrat mobiler bodengestützter Lenkflugkörpersysteme. Er trägt die vollständige Munition (Lenkflugkörper plus Behälter) während der Fahrt in waagerechter oder halbwaagerechter Lagerungsposition und schützt die Waffe vor Wetter und Beschädigungen. Nach dem Einsatz schwenkt der Erhebungsmechanismus das Fahrzeugheck auf oder entfaltet einen separaten Arm, um die Startplattform zum erforderlichen Azimut und der erforderlichen Elevation zu kippen. Der Bediener steuert die Erhebung von einer Kabine oder Fernstation aus, wobei er hydraulischen Druck (typisch 200, 280 bar) nutzt, der von einem fahrzeugeigenen Motor bereitgestellt wird. Stabilität im erhobenen Zustand ist kritisch; viele TE-Fahrzeuge setzen Ausleger oder Spaten ein, die sich in den Boden graben, um Umkippen zu verhindern.
TE-Fahrzeuge reichen von 6-rädrigen oder 8-rädrigen Lastwagen bis zu vollständigen Kettenfahrzeugen, je nach Mobilität und Nutzlastanforderungen. Typische Gesamtgewichte liegen zwischen 35 Tonnen für kleinere taktische Systeme und über 60 Tonnen für strategische Plattformen. Der Erhebungsarm selbst kann 5 bis 15 Tonnen wiegen und sich bei vollständiger Erhebung 8 bis 15 Meter ausstrecken. Die Einsatzzeit, der Zeitraum von Ankunft bis zur vollständigen Startbereitschaft, ist verschieden; moderne Systeme erreichen Abschussposition in 3 bis 5 Minuten.
Häufige Ausfallstellen und Wartung
Hydraulische Lecks und Verschleiß von Dichtungen sind die häufigsten TE-Wartungsprobleme, besonders an den Verbindungsstellen des Erhebungsarms zur Basis. Korrosion der Erhebungsstruktur bei schlechter Lagerung, Verlust des Bodenkontakts durch Setzung oder Frostaufbruch sowie mechanisches Festlaufen im Elevatorsgetriebe oder im Spindelantrieb erfordern regelmäßige Überprüfung. Die Elektrosysteme, die Erhebungssensoren und Endschalter steuern, sind anfällig für Feuchte- und Vibrationsbeschädigungen während des Transports.
Der Ausdruck TE findet sich in der Dokumentation und in den Lieferketten von NATO und verbündeten Ländern, wo Starter- und Unterstützungsfahrzeugkombinationen förmlich benannt sind: ein Lenkflugkörpersystemtyp wird immer zusammen mit seiner TE-Variante identifiziert. Interoperabilitätsnormen erfordern, dass Ausstoßkräfte, elektrische Stecker und die Augenhöhe für die Bedienerstation veröffentlichten Spezifikationen entsprechen. In der taktischen Doktrin sind TE-Mobilität und Tarnung ebenso wichtig wie Waffengenauigkeit; ein System, das sich nicht schnell verlegen oder wirksam verbergen kann, läuft Gefahr, unter Gegenfeuer zu geraten.