Zeitblende
Englisch: time stop
Eine Blende (mechanisches Teil zur Regulierung einer Öffnung oder eines Intervalls), die über einen Timer gesteuert wird.
Zeitverschluss: Blende, die sich nach einer vorgegebenen Dauer selbst schließt
Ein Zeitverschluss ist ein mechanischer Verschlussmechanismus in optischen Geräten, der eine Blende nach einer vorgegebenen Zeit automatisch schließt oder verkleinert, typischerweise gemessen in Bruchteilen einer Sekunde. Anders als manuelle, von Hand betätigte Verschlüsse oder kontinuierliche elektronische Verschlüsse funktioniert ein Zeitverschluss über einen federbelasteten Mechanismus, ein Hemmwerk oder einen Magneten, der von einem internen Timer ausgelöst wird. Das Gerät ist so kalibriert, dass Licht für eine kontrollierte Dauer den optischen Strahlengang passiert, dann verengt sich die Blende oder schließt sich komplett.
Bei Großformatkameras und manchen speziellen Vergrößerern regelt der Zeitverschluss die Belichtung ohne dass der Fotograf die Verschlussauslösung bedienen muss. Ein Uhrwerk-Hemmwerk oder ein Elektromagnet hält die Blende offen; wenn der Timer auf Null läuft, wird ein Hebel freigegeben und eine Feder schnappt den Verschluss zu. Das sichert einheitliche Belichtung über mehrere Aufnahmen, was bei Dunkelkammerarbeiten entscheidend ist, da die Belichtungsgenauigkeit direkt Druckdichte und Kontrast beeinflusst.
Mechanische Anfälligkeit und Ausfallarten
Die mechanische Bauweise des Zeitverschlusses macht ihn anfällig für Verschleiß, Staub und Reibung. Federn verlieren mit der Zeit ihre Elastizität; Hemmrad-Zähne können verklemmen, wenn sich Sperrflüssigkeit ansammelt; Magnete können ausfallen, wenn ihre Spulen korrodieren oder durchbrennen. Da die Genauigkeit allmählich nachlässt, kann ein Zeitverschluss, der früher exakt 5 Sekunden lieferte, auf 4,8 oder 5,3 Sekunden abdriften, ohne dass ein offensichtlicher Fehler auftritt. Techniker prüfen solche Geräte mit einer Dunkelkammer-Uhr und Teststreifen, um die Schließgeschwindigkeit zu verifizieren, bevor sie wieder in Betrieb gehen.
Moderne digitale Vergrößerer haben mechanische Zeitverschlüsse großenteils durch elektronische Verschlussregler ersetzt, die bessere Wiederholbarkeit bieten und auf Bruchteile von Sekunden programmierbar sind. Allerdings verwenden noch immer Vintage-Vergrößerer und manche spezialisierte Industrie-Abbildungssysteme sie, besonders in Einrichtungen mit begrenzter elektrischer Infrastruktur oder wo Anwender mechanische Einfachheit bevorzugen. Ein Ausfall des Zeitverschlusses ist meist nicht vor Ort reparierbar; die gesamte Verschlusseinheit muss zur fachmännischen Wartung eingereicht oder ausgetauscht werden.
Der Begriff "Zeitverschluss" unterscheidet dieses Gerät von anderen Blendenstopp-Systemen, wie Irisblenden (die von Hand verstellt werden) oder elektronische Verschlüsse (die auf elektrisches Signal reagieren). Er beschreibt das Wesen des Mechanismus genau: es ist ein Verschluss, der Licht durch Blendenversteigerung blockiert, und er wird von Zeit gesteuert, nicht durch kontinuierliche mechanische Aktion oder manuelle Betätigung.