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Kfz-Technik

Steuerkette

Englisch: timing chain

Eine Rollenkette, die die Kurbelwelle mit der Nockenwelle verbindet und den Betrieb der Ein- und Auslassventile des Motors synchronisiert.

Steuerkette: Synchronisierer zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle

Eine Steuerkette ist eine Rollenkette, üblicherweise aus Stahl, die das Kurbelwellenrad mit einem oder mehreren Nockenwellenrädern im Motorblock verbindet. Ihre einzige Aufgabe ist es, die präzise Rotationssynchronisation zu gewährleisten: Sie zwingt die Nockenwelle, sich genau mit der halben Drehzahl der Kurbelwelle zu drehen (bei Viertaktmotoren), wodurch die Ein- und Auslassventile in strikter Synchronisation mit der Kolbenposition öffnen und schließen. Ohne sie entsteht sofort Verbrennungschaos.

Die meisten Personenwagenmotoren haben eine einzelne Steuerkette von der Kurbelwellennase zu einer oder zwei Ein- und Auslassnockenwellen am Zylinderkopf. Schwerlast-Lkw- und Industriedieselmotoren können zwei oder drei parallel laufende Ketten oder größere Ketten mit höherer Teilung für die Übertragung höherer Leistungen einsetzen. Die Kettenlänge und Zahnzahlen sind so konstruiert, dass eine vollständige Kurbelwellenumdrehung (zwei Kolbenhübe) jede Nockenwelle um genau 180 Grad dreht und das Ventilöffnungsdiagramm konstruktionsbedingt relativ zur Kolbenposition vorschiebt.

Steuerketten verschleißen progressiv, wenn ihre Rollen sich verdichten und die Bolzen länger werden. Der Verschleiß äußert sich als Kettendehnung: Der Teilungsabstand zwischen den Bolzen nimmt zu, wodurch die Kette auf den Sprockettzähnen nach vorne rutscht. Frühe Symptome sind ein Rasseln beim Kaltstart, wenn sich Spiel zwischen Bolzen und Zahn bildet. Sobald die Dehnung etwa 0,5% der ursprünglichen Kettenlänge überschreitet, verschiebt sich das Ventilöffnungsdiagramm so weit, dass die Verbrennung beeinträchtigt wird und Fehlercodes ausgelöst werden. Ein vollständiger Kettenbruch führt dazu, dass die Nockenwelle die Synchronisation mit der Kurbelwelle verliert, normalerweise mit verbogenen Einlassventilen, wenn Kolben auf offene Ventile treffen.

Ölmangel ist der Hauptausfallgrund. Steuerketten laufen unter Ölspritzschmierung und Öldruck: Mangelnde Ölviskosität, blockierte Leitungen oder verlängerte Ölwechselintervalle beschleunigen den Rollenverschleiß. Bei manchen Motoren treten auch verschlissene Abdeckdichtungen oder rissige Sprockettzähne auf, die den Kettenlauf beeinträchtigen und vorzeitige Ermüdung auslösen.

Steuerketten waren jahrzehntelang der Standard-Synchronisierer in der amerikanischen Automobilindustrie und sind weiterhin Standard in Nutzfahrzeugen, Dieselmotoren und Hochleistungsanwendungen. Zahnriemen (Gummirippenriemen) ersetzten ab den 1980er Jahren Ketten in vielen Personenwagen, um Geräusch und Gewicht zu reduzieren, benötigen aber alle 60.000 bis 100.000 Kilometer Austausch. Ketten halten dagegen ein ganzes Motorenleben lang, wenn die Ölwechselintervalle eingehalten werden, was sie zur bevorzugten Wahl für Schwerlast- und Langzeitanwendungen macht, wo Ausfallzeiten teuer sind.

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