SpracheEnglishDeutsch
Bahntechnik

Kipplader

Englisch: tipple

Eine Vorrichtung zum Entladen von Eisenbahnwagen durch Kippen; der Ort, wo dies durchgeführt wird.

Tipple: Wo die Schwerkraft einen Eisenbahnwagen entleert

Eine Tipple ist eine feste Anlage, die einen ganzen Eisenbahnwagen auf die Seite kippt, um Schüttgut auszuschütten, meist Kohle, aber auch Erz, Getreide oder andere fließfähige Materialien. Der Wagen sitzt auf einem schwenkbaren Rahmen oder fährt auf speziell ausgelegten Schienen, die es ihm ermöglichen, sich um eine Längsmittelachse zu drehen. Während der Wagen kippt, verrichten die Schwerkraft die Arbeit: Der Inhalt rutscht durch die offene Seite oder den Boden in einen Trichter, ein Förderband oder einen Aufnahmebehälter darunter.

Der Mechanismus wird in der Regel von einem Hydraulikzylinder angetrieben, bei älteren Anlagen von einer Dampf- oder Elektrowinde. Eine typische Kohle-Tipple kann Wagen im Bereich von 70 bis 130 Tonnen bearbeiten und dreht sie je nach Schüttgutdichte und Fließeigenschaften um 45 bis 90 Grad. Der Wagen kippt, die Last entleert sich in wenigen Minuten, der leere Wagen wird wieder aufgerichtet und zurück in die Leitung geschickt. Das geht deutlich schneller und ist weniger arbeitsintensiv als manuelles Entladen oder der Einsatz von Greifkränen.

Eine stationäre Tipple nimmt einen festen Platz im Rangierbahnhof ein und der beladene Wagen wird in sie hineingezogen. Eine mobile oder transportable Tipple kann entlang eines Gleises zu verschiedenen Entladestellen bewegt werden. Der unter der Tipple liegende Aufnahmtrichter kann direkt zu einem Förderband, einem Behälter oder einer Aufbereitungsanlage führen. Einige Anlagen sind mit einem Rotations-Wagenkipper ausgestattet, der ein rotierendes Trommelsystem statt eines einfachen Kipperrahmens nutzt und eine bessere Kontrolle über die Entladungsgeschwindigkeit ermöglicht.

Die größten Verschleißstellen sind die Gelenkzapfen und Lager, die den Drehrahmen tragen, sowie die Führungsschienen, falls sich eine Fehlausrichtung einstellt. Abrasive Lasten wie Kohlestaub dringen in Fugen ein und verstärken die Reibung. Hydraulikdichtungen versagen, wenn die Druckwechsel zu stark sind oder wenn Schmutz in die Flüssigkeit gelangt. Das Wetter spielt auch eine Rolle: Eis oder nasse Kohle können am Wageninneren festkleben, daher sind manche Tipples mit Aufprallhämmern oder Vibratoren ausgestattet, um die Last zu lockern.

Der Begriff Tipple stammt direkt vom englischen Verb to tip, das bedeutet, zu kippen oder umzustoßen. Das Wort wird seit mindestens dem späten 19. Jahrhundert für die Kohleentladung bei Eisenbahnen verwendet. Im modernen Bergbau und Eisenbahntransport ist Tipple der Standardbegriff in englischsprachigen Branchen, obwohl die Technologie in Größe und Ausstattung stark variiert, von kleinen ländlichen Getreide-Tipples bis hin zu massiven, hochleistungsfähigen Kohle-Tipples, die Kraftwerke oder Exportterminals versorgen.

Mehr aus Rail equipment

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.