Kohlenbunker
Englisch: bunker
Der Kohlebehälter auf einer Tenderlokomotive; kann auch den Behälter auf einer Speicherlokomotive bezeichnen.
Bunker: der Kohlekasten an einer Dampflokomotive
Ein Bunker ist das Fach, das Kohle an einer Dampflokomotive aufnimmt. Bei Tenderlokomitiven ist er ein integraler Bestandteil des Lokomotivrahmens und sitzt hinter dem Kessel und der Führerkabine. Bei Tender-Lokomitiven befindet sich die Kohleversorgung in einem separaten nachfolgenden Wagen, aber auch dieser Kohlenbehälter wird Bunker oder Kohlenbunker genannt. Die Größe variiert erheblich: kleine Rangierlokomotiven könnten 2 bis 3 Tonnen aufnehmen, während Hauptstrecken-Lokomotiven routinemäßig 8 bis 12 Tonnen oder mehr führen.
Die Auslegung eines Bunkers wird durch die Notwendigkeit bestimmt, die Kohle für die Feuerung zugänglich zu halten und gleichzeitig vor Wetter und Vibration zu schützen. Die meisten Bunker verjüngen sich nach unten zu einem Trichterteil mit Lieferschächten, die die Kohle zur Fußplatte führen, wo der Heizer sie in die Feuerung schaufelt. Die Kohle muss frei fließen können, daher ist der Boden geneigt und manchmal mit mechanischen Vorrichtungen wie Rüttlern oder Schiebern ausgestattet, um Brückenbildung zu vermeiden, eine Situation, in der die Kohle über dem Trichterabgang ein Gewölbe bildet und den Durchfluss blockiert.
Bunker von Tenderlokomitiven sitzen über und hinter der Feuerung, oft hoch an der Kesselummantelung montiert, um eine Schwerkraftspeisung zu ermöglichen. Ihre Form wird durch Achslasten und Bahnsteigabmessungen beschränkt; ein zu großer Bunker macht die Lokomotive kopflastig oder zu breit für bestimmte Strecken. Tender-Bunker sind größer und kastenförmiger, da sie auf einem separaten Rahmen mit eigenen Achsen sitzen. Die Wasserkapazität ist immer eine separate Angelegenheit: Einige Tender vereinigten einen Bunker mit einem Wasserbehälter in einer Einheit, während andere sie in getrennte Abschnitte aufteilten.
Kohlequalität und Körnung beeinflussen die Bunkerauslegung. Brüchige Kohle, besonders von bestimmten Zechen, zerfällt im Bunker zu Staub und feinen Partikeln, was zu Reibung beim Umgang und zu Blockierungen führt. Harte Kohle aus anderen Quellen bleibt stückig, fließt aber weniger leicht. Heizer beschwerten sich, wenn die Kohlesorte oder Qualität während einer Schicht wechselte; ein für einen Typ optimierter Bunker würde die Arbeit mit einem anderen frustrierend machen. Asche und Schlackenrückstände aus der Verbrennung sammeln sich auch unter dem Bunker an und erfordern regelmäßige Reinigung.
Der Begriff 'Bunker' kam früh in die Eisenbahnfachsprache und bleibt Standard in britischen und Commonwealth-Eisenbahnen. Amerikanische Eisenbahnen sagen häufiger 'coal box' für die Tenderlokomitiven-Variante. Das Wort leitet sich wahrscheinlich vom Lagern oder Stapeln ab und bezieht sich eher auf die gelagerte Masse selbst als auf ihren Behälter. Im Gegensatz dazu bezieht sich 'Tender' auf den ganzen nachfolgenden Wagen, während 'Bunker' oder 'Kohlenbunker' nur das Brennstoffkompartiment bezeichnet.