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Zimmerei

Torsel

Englisch: torsel

Holzplatte, auf der das Ende eines Balkens oder einer Schwelle aufliegt.

Torsel: Auflagerplatte, die deine Balkenköpfe schont

Ein Torsel ist eine horizontal verlegte Holzplatte auf Mauerwerk oder einem anderen Konstruktionselement, die die konzentrierte Last eines Balken-, Joist- oder Sparrenendes aufnimmt und verteilt. Statt das Holz direkt gegen Stein oder Ziegel wirken zu lassen, verteilt die Platte diese Punktlast über eine größere Fläche und verhindert damit Quetschungen und vorzeitiges Versagen von Holz und Mauerwerk gleichermaßen.

Die Platte besteht meist aus Hartholz, oft Eiche oder ähnliche Hölzer mit guter Druckfestigkeit quer zur Faser. Die Abmessungen richten sich nach der aufzunehmenden Last; Torsels haben üblicherweise eine Stärke von 5 bis 10 cm und eine Breite von 30 bis 45 cm, je nach Balkentiefe und Spannweite. Die Unterseite wird manchmal in Mörtel oder Kalkmortel verlegt, um vollständigen Kontakt mit dem darunter liegenden Mauerwerk zu sichern, während die Oberseite relativ eben bleibt, um den Balken sauber aufzulagern.

Torsels kommen häufig in traditioneller Ziegel- und Steinbauweise vor, besonders dort, wo schwere Holzböden oder Dachtragwerk auf Außenwänden auflasten. Ohne ausreichende Auflagerplatte werden die scharfkantigen Balkenköpfe Ziegel oder Quaderwerk mit der Zeit eindrücken und zerstören, wodurch Risse entstehen, die Wasserinfiltration ermöglichen und den Verfall beider Materialien beschleunigen. Ein richtig bemessener und verlegter Torsel kann die Lebensdauer dieser Verbindung um Jahrzehnte verlängern.

Der Begriff stammt aus dem Altenglischen und ist in der britischen und europäischen Zimmerersprache bis heute gebräuchlich, während nordamerikanische Handwerker das gleiche Element meist Bearing Plate oder Support Plate nennen. Im modernen Hochbau werden Torsels bei Neubauten nach aktuellen Normen durch Stahlbeton- oder Stahlauflagerteller ersetzt, das Prinzip bleibt aber identisch: Punktlasten verteilen, um lokales Versagen zu vermeiden.

Häufige Schadensquellen sind Unterdimensionierung des Torsels für die tatsächliche Last, Setzungen des darunter liegenden Mauerwerks und Verlust des Mörtelbelags, der ihn hält. Unzureichende Auflagerlänge, wenn der Balken nur aufgelegt ist, ohne genug Überstand zu haben, führt sowohl zu Quetschungen als auch zu exzentrischer Lasteinleitung, die die Wandfläche rissig machen kann. Nasses oder frisch geschlagenes Holz für den Torsel selbst wird beim Trocknen schwinden und erzeugt Hohlstellen, die den Kontakt verringern.

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