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Zimmerei

Twibill

Englisch: twibill

Ein zweischneidiges Werkzeug zum Fertigen von Stabgittern, bestehend aus einem flachen Meißel und einem Stechbeitel oder Haken, ähnlich dem wesentlich größeren französischen Zimmererwerkzeug Besaiguë.

Twibill: zweischneidige Stemmschneide zum Flechten von Hurden

Ein Twibill ist ein Handwerkzeug mit zwei Arbeitsflächen auf einem Schaft, das hauptsächlich beim Hurdenflechten zum Stemmen von Mortisen und zur Formgebung von Holzverbindungen verwendet wird. Eine Seite trägt einen flachen Meißel, üblicherweise 25 bis 40 mm breit, auf der anderen Seite sitzt ein schmalerer Stemmmeißel oder eine Hakenstemme mit einwärts gekrümmtem oder rechtwinkliger Abbiegung. Das Werkzeug wiegt 1 bis 2 kg und ist insgesamt 45 bis 60 cm lang. Es wird mit einer Hand geschwungen oder mit einem Schlägel geschlagen, um präzise, wiederholbare Schnitte in Weiden- oder Haselnusskernstöcke auszuführen.

Das Hurdenflechten, besonders bei den Gattern aus Rahmen zum Provisorischen Zaun und zu Schafpferchen, beruht auf Mortise-Zapfen-Verbindungen, um waagerechte Riegel in senkrechte Pfosten zu verankern. Die flache Meißelseite des Twibill quadriert die Seitenwände der Mortise, während die Hakenstemme oder die abgewinkelte Stemmseite den Grund der Aushöhlung saubern abhaut und die Unterschneidung schafft, die den Zapfen hält. Dadurch, dass das Werkzeug beide Funktionen in sich vereint, spart der Handwerker sich ständige Werkzeugwechsel bei der wiederholten Arbeit.

Verhältnis zur Besaiguë

Der Twibill ist ein leichteres, spezialisiertes Nachfolgerwerkzeug der französischen Besaiguë (auch Bisaiguë geschrieben), ein schwereres Zimmererwerkzeug mit einer vollflächigen flachen Axt auf der einen und einer Hohlmeißel- oder Stemmklinge auf der anderen Seite. Die Besaiguë wog 4 bis 6 kg und wurde bei Großzimmerei, einschließlich Rahmenverbindungen im Hausbau, eingesetzt. Englische und walisische Hurdenflechter passten das Prinzip an ein kleineres und schnelleres Werkzeug an, das dem dünneren Material und dem hohen Volumen identischer Rahmen in landwirtschaftlicher Arbeit gerecht wird.

Der Name 'Twibill' stammt aus dem Altenglischen 'twi-' (zwei) und 'bill' (Klinge oder Schneidekante), was wörtlich ein 'zwei-Klingen'-Werkzeug bedeutet. Der Begriff ist in Hurdenflechterregionen des südlichen Englands und Wales stabil geblieben, wo das Handwerk selbst länger Bestand hatte als in vielen anderen Teilen Großbritanniens. Je nach Gebiet gibt es Unterschiede: Bei manchen Ausführungen sitzt die Stemmschemme als echte Hakenstemme, bei anderen als kurze abgeflachte Klinge, je nach örtlicher Technik und Dicke des zu stemmenden Materials.

Ein Twibill muss regelmäßig geschärft werden, besonders die Stemmseitseite, die beim Abhau von Hartholzendkörner schnell abstumpft. Der Schaft, üblicherweise aus Esche oder Hickory, muss in einem leichten Winkel montiert sein, damit beide Seiten sauber treffen; ein gerader Schaft führt dazu, dass eine Seite verfehlt oder abgleitet. Schlechte Balance oder ein loser Kopf können dazu führen, dass sich das Werkzeug in der Hand verdreht, saubere Schnitte unmöglich macht und das Risiko schafft, dass der Schaft unter wiederholten Schlägelhieben spaltet.

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