Rippenwerk
Englisch: cradle
Ein Ripengerüst für Gewölbedecken und Bögen, das mit Putz verkleidet werden soll.
Gerüst: temporäres Rippengerüst für Gewölbeverputz
Ein Gerüst ist ein temporäres Holzgerüst, das den Verputz während der Herstellung einer Gewölbedecke oder gewölbten Öffnung abstützt. Es besteht aus gekrümmten Rippen, üblicherweise aus Holz oder Metall gefertigt, die angeordnet sind, um das Profil des fertigen Gewölbes zu entsprechen. Die Rippen sind eng genug beabstandet, dass Latten, Verputzunterlagen oder Metallgitter sicher darauf befestigt werden können und so eine Grundlage für den Verputzauftrag bilden.
Das Gerüst muss stark genug sein, um das Eigengewicht des aufgetragenen Verputzes zu tragen, das je nach Schichtdicke 40 bis 70 kg/m² erreichen kann. Traditionelle Gerüste nutzen Holzrippen aus astfreiem Weichholz wie Kiefer oder Fichte, häufig in einer Reihe paralleler Bögen angeordnet. Die Rippen selbst werden durch Querverbindungen und Stützen gehalten, die bis zum Boden oder zu tragenden Wänden reichen und so ein starres dreidimensionales Gitter bilden.
Abstützung und Verspannung
Gerüste sind vollständig temporär; sie bleiben an Ort und Stelle, bis der Verputz ausreichend ausgehärtet ist und selbsttragend wird, bei Tonnengewölben üblicherweise 10 bis 14 Tage. Ständer und verstellbare Stützpfosten stützen die Hauptrippen ab, und diese müssen beim Rückbau sorgfältig abgebaut werden, um plötzliches Durchhängen oder Risse im ausgehärteten Verputz zu vermeiden. Manche Gerüste haben innere Verstrebungen mit Stangen oder Zugbändern, um Schubkräfte von Tonnengewölben und komplexen Geometrien aufzunehmen.Der Begriff spiegelt die Funktion wider: das Gerüst hält den Verputz buchstäblich in der Form, die er dauerhaft beibehält. Im Gegensatz zu Schalungen für Beton, die das Material abstützen müssen, bis es allein tragfähig ist, existiert ein Verputzgerüst nur dazu, das Material während des Abbindens und des Haftens auf der darunter liegenden Latte zu positionieren und zu halten.
In modernen Arbeiten ersetzen teilweise Metallständer und Schienen die Holzrippen, oder es wird Spritzverputz über Metallgitter verwendet, das weniger aufwendiges Gerüst erfordert. Traditionelle Holzgerüste bleiben aber unverzichtbar für komplexe Tonnengewölbe, Kreuzgewölbe und Kassettendecken, wo gekrümmte Geometrie und ästhetische Ausrichtung exaktes Gerüst erfordern. Kosten und Komplexität eines ordentlichen Gerüsts können einen erheblichen Teil des Budgets für Zierverputzarbeiten in der Denkmalsanierung oder für Spezialausführungen ausmachen.