TPMS
Abkürzung für Reifendruckkontrollsystem.
TPMS: das Frühwarnsystem für Ihre Reifen
Ein Reifendruckkontrollsystem ist eine elektronische Baugruppe, die den Luftdruck in Fahrzeugreifen misst und den Fahrer warnt, wenn der Druck unter einen sicheren Grenzwert fällt. Bei den meisten Fahrzeugen, die seit 2007 verkauft werden, ist es Pflichtausrüstung. Das System funktioniert durch Messung des absoluten Drucks in jedem Reifen mit Sensoren, die in der Felge oder am Ventilschaft montiert sind, und überträgt diese Daten drahtlos an einen Empfänger im Fahrzeugaufbau. Dieser löst dann eine Warnleuchte im Armaturenbrett aus, wenn der Druck etwa 25 Prozent unter die Kaltreifen-Herstellervorgabe fällt.
Im Feld existieren zwei unterschiedliche Architekturen. Das direkte TPMS nutzt einzelne Drucksensoren in jedem Rad und liefert dem Fahrer reifenweise Messwerte; dieser Ansatz ist teurer, aber zuverlässiger. Das indirekte TPMS folgert Druckverlust durch Vergleich der Raddrehzahldaten aus dem Antiblockiersystem und erkennt, wenn ein entlüftender Reifen mit leicht anderem Umfang rollt als seine Nachbarn; es ist kostengünstiger, kann aber echten Druckverlust nicht von normalen Schwankungen mit den Jahreszeiten oder ungleichmäßigem Verschleiß unterscheiden. Die meisten Pkw nutzen direkte Systeme; viele Fuhrparkbetriebe und ältere Konstruktionen nutzen indirekte.
Häufige Ausfallarten und Kompromisse
Direkte Sensoren fallen aus mehreren Gründen aus. Batterieverbrauch ist die häufigste Ursache: Lithium-Knopfzellen im Sensorgehäuse halten typischerweise sieben bis zehn Jahre, bevor der Sender keine Signale mehr aussendet. Korrosion an der Ventilschaftverbindung verursacht zeitweilige Signalverluste, besonders in Streusalz-Regionen. Beschädigungen durch Reifenmontage und Demontage zerstören Sensorgehäuse und Antennenenspulen. Wenn ein Sensor ausfällt, kann das System dieses Rad nicht überwachen, und die Warnleuchte bleibt an. Austauschsensoren kosten zwischen 40 und 120 Dollar pro Stück zuzüglich Arbeitszeit für Demontage und Programmierung; einige Aftermarket-Teile sind deutlich billiger, berichten aber von Zuverlässigkeitsproblemen. Nach dem Reifenwechsel ist eine Neuprogrammierung auf vielen Fahrzeugen erforderlich, und viele Fahrer führen diesen Schritt nie durch, was zu Falschalarmen führt.
Saisonale Druckschwankungen sind die Hauptbeschwerde. Messwerte an kalten Morgen lösen häufig Warnungen aus, weil der Reifendruck bei jedem Temperaturfall um etwa 0,07 bar pro Grad Celsius sinkt. Das System berücksichtigt dies durch Vergleich des Drucks mit einem gelernten Referenzwert statt einer festen Zahl, aber die Logik unterscheidet sich zwischen den Herstellern erheblich. Manche Fahrzeuge speichern die höchste je gemessene Druckzahl und vergleichen alle nachfolgenden Messungen mit dieser Referenz; in Winterklimaten kann dies bedeuten, dass der Schwellenwert der Warnung sich saisonal nach oben verschiebt, was Falschalarme reduziert, aber auch die Empfindlichkeit für echte Druckverluste mindert.
Der Regelungszweck des TPMS ist die Reduzierung von Unfällen und Reifenplatzer durch unterdrückte Reifen, die unter Last überhitzen und bei Autobahngeschwindigkeit versagen. Das System funktioniert; Studien zeigen Unfallreduktion dort, wo TPMS vorhanden ist. Jedoch fallen Kosten und Komplexität beim Besitzer an, nicht beim Reifenhersteller oder Fahrzeughersteller. Diese Ökonomie erklärt, warum viele Fahrer die Warnleuchte ausschalten oder ignorieren, und warum kostengünstige Aftermarket-Sensoren trotz Qualitätsbedenken auf den Markt kommen.