Ernterückstände
Englisch: trash
Abgangene Stängel, Blätter oder Ranken einer Feldfrucht, manchmal mit Unkraut gemischt, die entweder als Gründüngung eingearbeitet oder durch Harken, Beweidung oder Verbrennen entfernt werden.
Stroh: Ernterückstände, die je nach Lage Ressource oder Problem darstellen
Bei Feldfrüchten ist Stroh die Restvegetation nach der Ernte: Stängel, Blätter, Spelzen und Ranken, die auf oder neben der Bodenoberfläche verbleiben. Anders als Abfall hat Stroh einen Wert, der von der Frucht, dem Klima und der Betriebswirtschaft abhängt. Maisstroh (Stängel und Kolben), Zuckerrohrstoppeln (Blätter und Kronen) und Baumwollstängel fallen in diese Kategorie. Die Menge variiert je nach Erntemethode erheblich. Ein Mähdrescher hinterlässt mehr Stroh auf dem Feld als ein Mähbinder oder Plucker; ein Schneidwerk, das hohe Stoppeln hinterlässt, erzeugt weniger Stroh als eines, das bodennah schneidet.
Landwirte bewirtschaften Stroh auf verschiedene bewährte Wegen. Einarbeitung (Umbruch oder Fräsen in den Boden) führt Humus und Nährstoffe wieder ins Feld zurück und verbessert die Bodenstruktur im Laufe der Zeit. Das ist das Standardverfahren für viele Getreidearten in feuchten Regionen. Die Abfuhr durch Rechen, Ballenpresse oder Ladetechnik bedient Betriebe, die das Material als Viehfutter, Einstreu oder Brennstoff benötigen. In Zuckerrohrregionen ist das Abbrennen von Stroh auf dem Feld vor der Ernte noch verbreitet, um die Menge zu reduzieren und das Rohr freizulegen. Einige Felder werden in der Ruhezeit von Rindern oder Schafen beweidet, um Stroh zu beseitigen und gleichzeitig Mist auszubringen.
Die Strohhaltung beeinflusst die Bodengesundheit und die Maschinenleistung. Dicke Strohschichten können den Boden isolieren und das Aufwärmen und Trocknen im Frühjahr verzögern. Sie beherbergen auch Schädlinge und Pilzrückstände; befallene Stängel stehen zu lassen (Maishalmbrand, Baumwollanthraknose) fördert Krankheiten in der nächsten Ernte. Umgekehrt entfernt zu viel Strohentnahme organischen Kohlenstoff und Mikronährstoff-Recycling aus dem Feld. Bei Maschinen kann übermäßiges Stroh Saatgutrad-Führungssysteme verstopfen, sich in Scharen wickeln und die Saatplatzierung in Mulchsaatsystemen behindern. Deshalb sind Zwischenfruchtwirtschaft und Strohmengenbegrenzung zentral für die moderne Erhaltungslandwirtschaft.
Der Begriff Stroh selbst spiegelt die Perspektive der Erntezeit-Landwirtschaft wider: die wertvollen Früchte waren Getreide, Obst oder Fasern; alles andere war Abfall. Die moderne Praxis hat dies teilweise umgekehrt. In Bioenergie- und Viehsystemen ist Stroh ein angestrebtes Koprodukt geworden, kein Nebenprodukt. Switchgrass, Miscanthus und Ernterückstände-Verträge preisen nun Maisstroh und Stroh als Rohstoffe. Die Unterscheidung zwischen Stroh, Spreu und Stoppeln kann regional verschwimmen. Stoppel bezieht sich speziell auf die kurze Stängelbase, die nach dem Mähen oder nach der Mähdreschernte im Boden bleibt; Stroh ist das höher liegende lockere Material darüber.