Dreiwege-Ventil
Englisch: triple valve
ein Ventil in Eisenbahn-Druckluftbremssystemen, das drei Funktionen erfüllt
Dreiwegventil: das Drei-Funktionen-Herz von Eisenbahn-Luftbremsen
Ein Dreiwegventil ist ein einzelnes Bauteil, das drei separate Ventilfunktionen vereint, die zur Steuerung der pneumatischen Bremsanlage an Eisenbahnwagen und Lokomotiven notwendig sind. Es sitzt zwischen der Hauptluftleitung (Bremsleitung) und dem Bremszylinder an jeder Achse, empfängt Signaturdruck von oben und steuert, ob Luft in den Bremszylinder darunter strömt oder aus ihm austritt. Durch die Vereinigung dieser Funktionen in einem Gussteil statt in drei separaten Ventilen reduziert das Dreiwegventil das Gewicht, die Kosten und die Anschlussverbindungen am Laufwerk.
Die drei Funktionen sind: erstens liefert es Luft aus dem Druckspeicher des Wagens in den Bremszylinder, wenn der Druck in der Bremsleitung sinkt, und bremst so; zweitens bläst es Luft aus dem Bremszylinder in die Atmosphäre ab, wenn der Druck in der Bremsleitung wieder ansteigt, und löst die Bremse; drittens verhindert es, dass der Druck im Bremszylinder über den Druck der Bremsleitung ansteigt, und wirkt als Rückschlag- oder Absperrventil. Diese letzte Funktion stellt sicher, dass eine undichte Bremsleitung Bremszylinder nicht auf gefährliche Drücke aufbaut.
Dreiwegventile arbeiten auf Druckdifferenzbasis. Eine kleine Druckabsenkung in der Bremsleitung (üblicherweise 7 bis 15 psi bei Güterwagensystemen) öffnet den Speiserport und verbindet den Druckspeicher mit dem Zylinder. Das Ventil erhält dann diesen zugeführten Druck, bis der Druck der Bremsleitung wieder über den Zylinderdruck ansteigt, woraufhin ein Ablassport öffnet und den Zylinder entlüftet. Die Konstruktion ist von Natur aus ausfallsicher: der Verlust von Bremsleitung und Druckspeicher führt dazu, dass die Bremsen angelegt bleiben.
Typische Ausfallarten sind Verklemmen durch Feuchtigkeit oder Verschmutzung in der Druckluft, verschlissene Auslassventil-Dichtungen, die Luft an den Sitzbereichen durchlassen, und träge Reaktion bei älteren Gussventilen, wenn sich Schmutz in den kleinen Druckabstufungsöffnungen ansammelt. Feuchtigkeit gefriert bei Höhenlage oder Winterbetrieb, und Salzluft korrodiert die äußeren Gussgehäuse bei Küstenausrüstung.
Moderne Dreiwegventile sind funktionell identisch mit Konstruktionen, die in den 1870er Jahren eingeführt wurden, obwohl sich Materialien und Fertigungstoleranzen verbessert haben. Güterwagen verwenden üblicherweise Grauguss- oder Sphärogussgehäuse mit Bronze- oder Stahlauslassventilen und Sitzen. Fahrgast- und Nahverkehrsausrüstungen setzen oft Aluminium- oder Verbundstoffgehäuse mit engeren Toleranzen ein. Das Bauteil bleibt der Industriestandard, weil es einfach, zuverlässig ohne externe Stromversorgung und leicht in Instandhaltungswerkstätten am Streckenseite zu warten ist.