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Vermessung

TS

Abkürzung für Total Station.

TS: Das digitale Theodolit und Entfernungsmessgerät des Vermessers in einem Gerät

Eine Totalstation ist ein elektronisches Vermessungsinstrument, das von einem Standpunkt aus sowohl Winkel als auch Entfernungen misst und dann die dreidimensionalen Koordinaten der Zielpunkte berechnet und speichert. Sie vereinigt ein Theodolit (zur Winkelmessung), ein elektronisches Entfernungsmessgerät (EDM) und einen Datenerfasser in einer integrierten Einheit auf einem Stativ. Der Anwender richtet das Instrument auf ein reflektierendes Prisma oder eine blanke Oberfläche, drückt einen Knopf und erhält innerhalb von Sekunden sowohl die Horizontal- und Vertikalwinkel als auch die Schrägentfernung zu diesem Punkt.

Die Kerntechnologie der Messung basiert auf einem Infrarot- oder roten Laser, der von einem Reflektor (normalerweise ein auf einer Stange montiertes Prisma) oder direkt von einer Oberfläche zurückgeworfen wird, wobei das Instrument die Laufzeitverzögerung misst, um die Entfernung zu berechnen. Winkelmessungen stammen von drehbaren Glasskalen, die von elektronischen Sensoren mit einer Genauigkeit von Bogensekunden gelesen werden. Die meisten modernen Totalstationen speichern Hunderte oder Tausende von Messungen im internen Speicher und geben Daten über USB oder drahtlose Verbindung an eine Vermessungssoftware auf einem Computer oder Tablet aus.

Gängige Varianten und Arbeitsbereich

Eine prismenlose Totalstation kann Entfernungen von über 300 Metern direkt zu unvorbereiteten Oberflächen wie Felswänden oder Gebäuden messen, wodurch ein Prisma entfällt. Prismenlose Modelle opfern etwas Genauigkeit und Reichweite, gewinnen aber an Geschwindigkeit und Flexibilität auf Baustellen. Robotische oder motorisierte Totalstationen können mit einem tragbaren Bediengerät ferngesteuert ausgerichtet und gemessen werden, was nützlich ist, wenn eine Person allein arbeiten muss. Standardinstrumente auf Prismenbasis funktionieren normalerweise mit Reichweiten von 200 bis 5000 Metern, je nach Prismengröße und Witterungsbedingungen.

Auf Baustellen setzt eine Totalstation Gebäudepositionen, Fundamentecken und Höhenkoten durch Umkehrrechnung fest: Der Anwender gibt bekannte Koordinaten ein, und das Instrument zeigt den Arbeitern, wo Markierungen zu setzen sind. Vermesser nutzen sie, um Grundstücksgrenzen festzulegen und topografische Karten zu erstellen. Die Genauigkeit moderner Instrumente liegt bei etwa 2 bis 5 Millimetern über typische Arbeitsentfernungen, mit einer Winkelgenauigkeit von 1 bis 2 Bogensekunden bei Allzweckinstrumenten.

Häufige Fehler entstehen durch schlechten Stativaufbau (Neigung oder instabiler Untergrund führt zu systematischen Winkel- und Entfernungsfehlern), atmosphärische Brechung (Wasserdampf und Temperaturgradienten lenken den Laserstrahl leicht ab) und Prismenverlauf. Staub oder Feuchtigkeit auf der Linse verschlechtert die Entfernungsmessung. Der Begriff Totalstation entstand in den 1970er Jahren, als elektronische Entfernungsmessung und digitale Winkelablesung erstmals in einem kompakten Gerät zusammengefasst wurden und Vermessungstrupps ersetzten, die separate Theodolite und Messketten einsetzten.

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