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Vermessung

Traversentafel

Englisch: traverse table

Tafel zur Bestimmung von Breitenunterschied und Abweichung für einen gegebenen Kurs und eine gegebene Entfernung durch Nachschlag. Sie enthält die Längen der beiden Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks, üblicherweise für jeden Viertelgrad, und für Hypotenusenlängen von 1 bis 100.

Traversentafel: Nachschlagewerk zur Umwandlung von Richtungen in Koordinaten

Eine Traversentafel ist ein gedrucktes oder digitales Nachschlagewerk, das eine vermessene Strecke (Richtung und Entfernung) unmittelbar in ihre Koordinatenanteile umwandelt: Breitenunterschied und Abgang (Verschiebung nach Osten oder Westen). Anstatt vor Ort mit Trigonometrie zu rechnen, schlägt der Vermesser die Richtung und Entfernung nach und liest die horizontalen und vertikalen Anteile ab, die dann summiert werden, um den Vermessungsverlauf aufzuzeichnen.

Die Tafel funktioniert, weil jede Strecke und Entfernung die Hypotenuse eines rechtwinkligen Dreiecks bildet. Die beiden Katheten sind Breite (Nord-Süd) und Abgang (Ost-West). Für einen gegebenen Richtungswinkel und eine gegebene Entfernung haben diese beiden Seiten feste Proportionen, die durch Sinus und Kosinus bestimmt sind. Traditionelle gedruckte Tafeln listet daher Entfernungen von 1 bis 100 Einheiten in Zeilen auf, und Richtungen üblicherweise in Schritten von 15 Minuten oder Viertelgraden in Spalten, mit den entsprechenden vorberechneten und gedruckten Breiten- und Abgangswerten an jedem Schnittpunkt.

Eine typische Traversentafel hat separate Abschnitte für jeden Quadranten (NO, SO, SW, NW), da Breite und Abgang das Vorzeichen je nach Richtung wechseln. Ein Vermesser misst eine Strecke von beispielsweise Richtung N 37° 30' O für eine Entfernung von 47,3 Einheiten, lokalisiert dann die Zeile für 47 Einheiten und die Spalte für 37° 30', liest die Breiten- und Abgangswerte ab (bei Bedarf für den Bruchteil von 0,3 Einheiten interpolierend) und wendet passende Vorzeichen basierend auf dem Quadranten an. Die Werte werden in ein Traversenprotokoll eingetragen und vertikal und horizontal summiert, um die Schließung zu prüfen und die endgültigen Koordinaten zu berechnen.

Moderne Vermessungssoftware hat gedruckte Traversentafeln für die meiste Feldarbeit ersetzt, aber das Prinzip ist in Koordinatenumwandlungsroutinen eingebettet. Ältere Vermessungen, besonders solche aus der Zeit vor elektronischen Rechnern, verließen sich vollständig auf gedruckte Tafeln, weshalb Taffelqualität und Genauigkeit für das endgültige Vermessungsergebnis entscheidend waren. Fehler in Tafelwerten oder Ablesefehler konnten sich über eine lange Traverse mit vielen Strecken summieren.

Der Name spiegelt die Verwendung des Werkzeugs in der Traversenvermessung wider, einer Methode, bei der ein Vermesser eine Reihe von verbundenen Strecken um einen Umfang oder entlang einer Route vermisst und für jede Strecke Richtung und Entfernung aufzeichnet. Die Tafel ermöglichte schnelle Feldberechnungen ohne Computer, Theodolit oder mathematische Tafeln und machte sie vom 19. bis 20. Jahrhundert zur Unverzichtbarkeit für praktische Vermessungsarbeit.

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