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Bergbau und Gewinnung

Unterschneidewerkzeug

Englisch: undercutter

Ein Gerät zum Unterschneiden von Felswänden von unten.

Unterkiefer: Unterfahrsäge für Bergbau und Steinbruch

Ein Unterkiefer ist ein angetriebenes Schneidewerkzeug, das von unten waagerecht in Gesteinsflächen sägt und vor dem Sprengstoff oder mechanischen Bruch einen Unterfahrschnitt erzeugt. Das Werkzeug hält ein Kreissägeblatt oder Drahtschneider, der in die Basis einer Gesteinswand schneidet, typischerweise bis zu einer Tiefe von 1 bis 3 Metern je nach Gesteinsart und Maschinengröße. Dieser Unterfahrschnitt schwächt die Gesteinsmasse und schafft eine freie Fläche, die ermöglicht, dass das darüber liegende Gestein beim Sprengen oder Spalten sauberer und vorhersehbarer bricht.

Die meisten Unterfahrschnitte werden mit elektrisch oder hydraulisch angetriebenen Kreissägen gemacht, die auf starren Armen montiert sind und so ausgerichtet werden können, dass sie der Kontur der Gesteinsfläche folgen. Das Sägeblatt selbst ist normalerweise eine segmentierte Diamant- oder Hartmetall-bestückte Säge mit einem Durchmesser von 60 bis 150 Zentimetern, die je nach Gesteinshärte und Blatttyp mit 500 bis 1500 U/min rotiert. Die Schnitttiefe und der Winkel können angepasst werden, um das Kluftmuster und die Spannungsrichtung im Gestein zu berücksichtigen. Weichere Gesteine wie Kalkstein oder Sandstein benötigen eine weniger aggressive Blattgeometrie als hartes Granit oder Basalt.

Anwendung in der Steingewinnung und im Bauwesen

Unterfahrschnitte sind Standard in der Natursteinbrucherei, wo das Ziel darin besteht, große intakte Blöcke zu gewinnen, anstatt Gestein zu Schotter zu zerkleinern. Die Säge erzeugt zwei oder drei senkrechte Flächen an einem Block, bevor dieser freigehoben wird. Im Hartgesteinsbergbau werden Unterfahrschnitte oft vor dem Sprengen gemacht, um die Zerkleinerung zu kontrollieren und den Wurfbereich des Gesteins zu lenken. Ohne Unterfahrschnitt kann eine Sprengung Gestein weit über die beabsichtigte Grenze hinaus aufbrechen, was Material verschwendet und Instabilität erzeugt.

Das Hauptrisiko besteht darin, dass das Sägeblatt blockieren oder Fragmente auswerfen kann, wenn es auf eine enge Spalte, eine Klufthohlraum oder eine Ader aus weicherem Material trifft. Wasserkühlung ist Standardpraxis, um Staub und Hitze zu reduzieren, kann aber auch dazu führen, dass das Blatt rutscht, wenn die Vorschubgeschwindigkeit für die Gesteinsart zu hoch ist. Beschädigte Blätter sind teuer und Ausfallzeiten sind in Betrieben mit hohem Durchsatz kritisch, daher werden Blattauswahl und Wartung genau überwacht.

Der Begriff Unterkiefer kommt direkt aus der Methode: unter dem Gestein schneiden, bevor es entfernt wird. Das Werkzeug wird in einigen Regionen auch als Unterfahrsäge oder Bandsäge bezeichnet. In europäischen Steinbrüchen werden ähnliche Maschinen manchmal Rahmensägen genannt, wenn sie mehrere Flächen in einem Durchgang schneiden, obwohl ihr Prinzip identisch ist. Der Unterkiefer steht an der Schnittstelle zwischen handwerklicher Steintradition und industrieller Mechanisierung und bleibt unverzichtbar überall dort, wo präzise Gewinnung wichtiger ist als Geschwindigkeit.

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