Grubengase
Englisch: damp
Gasförmiges Erzeugnis, das in Kohlegruben, alten Brunnen, Schächten und ähnlichen Anlagen entsteht.
Schlagwetter: tödliches Gas in unterirdischen Grubenbauen
Im Bergbau ist Schlagwetter ein Sammelbegriff für alle gasförmigen Produkte, die sich in Steinkohlegruben, Erzgruben, Schächten und anderen unterirdischen Ausbauen ansammeln. Es geht nicht um Feuchte oder Nässe, wie das Wort im alltäglichen Sprachgebrauch nahelegt, sondern um giftiges oder asphyxierendes Gas, das sich in Senken und Totpunkten ansammelt, wo die Luftzirkulation ausfällt. Der Begriff hält sich in der Bergbausprache trotz seiner verwirrenden Bezeichnung, ein Erbe aus Jahrhunderten, als die Natur dieser Gase noch nicht vollständig verstanden war.
Die gefährlichste Form ist Schlagwetter, das hauptsächlich Methan (CH₄) gemischt mit Stickstoff und Kohlendioxid ist. Schlagwetter bildet explosive Gemische mit Luft bei einer Konzentration zwischen 5 und 15 Prozent und hat tausende Bergleute durch Explosionen und Erstickung getötet. Kohlenoxydgas ist Kohlendioxid oder Stickstoff, das Sauerstoff verdrängt; es löscht Flammen und verursacht Bewusstlosigkeit. Nachschlag, das Restgas, das nach einer Explosion in einer Grube zurückbleibt, enthält typischerweise Kohlenmonoxid und ist ebenso tödlich. Weißschlagwetter, ein anderer Name für Kohlenmonoxid allein, brennt mit blauer Flamme.
Bevor mechanische Belüftung zur Norm wurde, nahmen Bergleute Kanarienvögel oder andere kleine Vögel mit in die Grube. Wenn der Vogel aufhörte zu singen oder starb, wussten die Bergleute, dass giftiges Schlagwetter tödliche Konzentrationen erreicht hatte und sie sich zurückziehen mussten. Sicherheitslampen mit offener Flamme wurden entwickelt, um Schlagwetter zu erkennen: die Flammenform und Farbe änderten sich in seiner Gegenwart und gaben den Bergleuten Sekunden Zeit, um zu fliehen, bevor das Explosionsrisiko kritisch wurde. Der moderne Bergbau nutzt Gasmelder mit elektronischen Sensoren statt dieser biologischen und chemischen Indikatoren.
Schlagwetter konzentriert sich in den tiefsten Punkten einer Grube, in versiegelten Kammern und entlang des Rückströmkanals, wo es mit Luftströmungen gereist ist und sich abgesetzt hat. Die Vorbeugung hängt ganz davon ab, dass eine ausreichende Belüftung im gesamten Arbeitsbereich aufrechterhalten wird. Ein einziger blockierter Streckenabschnitt oder ein ausgefallener Lüfter kann dazu führen, dass sich Schlagwetter innerhalb weniger Stunden auf gefährliche Werte ansammelt. Der Begriff wird bei Bergbauingenieuren und Sicherheitspersonal weiterhin verwendet, trotz seines altmodischen Klangs, besonders in der britischen und europäischen Bergbaupraktik.