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Bergbau und Gewinnung

Überfahrtsmethode

Englisch: up-over

Ein Verfahren zum Abteufen eines Schachts durch seitliche Streckenentwicklung unterhalb der Zieltiefe, gefolgt von aufwärtigem Vortrieb statt senkrechtem Abteufen.

Up-Over: Förderschaft durch Aufbohrung von unten

Ein Up-Over ist ein Schachtabteufverfahren, bei dem Bergleute zunächst einen waagerechten oder annähernd waagerechten Stollen (einen Bergbau-Stollen) bis zu einem Punkt unter der vorgesehenen Schachtlage vorantreiben und dann das Gestein nach oben abteufen, um Tagesoberfläche zu erreichen oder eine obere Sohle anzubinden. Dies kehrt das herkömmliche, von oben nach unten arbeitende Abteufverfahren um und ermöglicht Zugang und Bewetterung von unten während der kritischen Abteufphase.

Das Verfahren ist besonders bei tiefem oder schwierigem Gebirge wertvoll. Durch die Herstellung einer Arbeitskammer unter dem Schacht können Gruppen die obere Teufestrecke stützen, Wasserzutritt wirksamer beherrschen und die Gebirgsfestigkeit während des Auffahrens bewältigen. Der Stollen kann von einem bestehenden Schacht, einem Mundloch oder einem Schleppschacht vorgetrieben werden und positioniert die Bergleute in Schlagdistanz zur Zieltrumme, bevor das Auffahren beginnt. Dies verringert die Höhe der ungestützten Ausbruchstrecke und die Zeit in schlecht beherrschten Verhältnissen.

Praktische Einschränkungen und Gefahren

Up-Overs erfordern genaue Vermessung und Bohrungen, um sicherzustellen, dass die Auffahrung die vorgesehene Zone trifft. Abweichungen können zu mehrfachen Schächten, verlorener Zugänglichkeit oder fehlausgerichteten Verbindungen führen. Druckluft und Wasserdruck von oben stellen ernsthafte Gefahren dar; Fluchtwege und Druckentlastung sind unerlässlich. Gebirgsqualität, Störungen und schwache Schichten können die Schachtausbauerung gefährden, besonders in der Nähe des Schachtmunds, wo das Gestein stärker zerklüftet sein kann. Die Bewetterung durch eine enge Auffahröffnung ist schwierig und muss vor dem Abteufen geplant werden.

Der Begriff spiegelt die buchstäbliche Arbeitsrichtung wider: der Schacht führt über den darunter liegenden Stollen. Up-Overs sind im Hartgestein-Metallerzbergbau und beim Schiefer- und Salzabbau verbreitet, wo mehrere Schachtsohlen unterschiedliche Funktionen erfüllen. Sie unterscheiden sich von herkömmlichem Abteufen, bei dem ein Schacht von der Oberfläche nach unten abteuft wird, oder von Schächten, die kleinere, nach oben führende Auffahrungen sind, oft für Bewetterung oder Erzrutschen eher als für Hauptschächte genutzt.

Moderne Up-Overs nutzen häufig Aufbohrgeräte, die ein großes Loch nach oben in einer Operation bohren und ausbauen können, was Zeit und Arbeitskraft gegenüber klassischen Bohr- und Sprengverfahren erheblich reduziert. Jedoch bleibt herkömmliches Up-Over-Abteufen mit Hand- oder Schlagbohrern in kleineren Betrieben und in Gebirge, wo Aufbohrung ungeeignet ist, in Gebrauch.

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