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Bahntechnik

Wigwag

Englisch: wigwag

Ein Bahnübergangsignal mit schwingender Bewegung zur Anzeige eines ankommenden Zuges.

Wigwag: der Schwingarm, der dich vor einem herannahenden Zug warnt

Ein Wigwag ist eine mechanische Bahnübergangswarnung, die aus einem gewichteten Holz- oder Metallarm besteht, der hin und her über die Fahrbahn schwingt. Wenn ein herannahendes Zug das Gerät auslöst, oszilliert der Arm etwa 45 bis 50 Mal pro Minute hin und her, sperrt den Weg und lenkt die Aufmerksamkeit von Verkehrsteilnehmern auf sich, damit sie anhalten. Die Bewegung selbst, nicht nur ein Licht oder eine Klingel, ist das Hauptwarnsignal, daher trägt das Gerät seinen onomatopoetischen Namen.

Wigwags wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bahnübergängen verbreitet als Verbesserung gegenüber einfachen passiven Übergangszeichen. Der Arm war normalerweise etwa 1,8 bis 2,4 Meter lang und war ausgewogen konstruiert, um frei zu schwingen. Frühe Modelle wurden direkt durch Schranken oder Zugmeldeanlagen ausgelöst; mit Verbesserung der elektrotechnischen Systeme ersetzten pneumatische und elektromechanische Antriebe rein mechanische Gestänge. Das Gerät war oft mit einer Klingel oder später mit Elektrolicht kombiniert, um die Warnung zu verstärken.

Der eigentliche Vorteil eines Wigwag gegenüber statischen Beschilderungen ist die Bewegung selbst. Ein schwingender Arm fällt dem Auge viel besser auf als ein bemaltes Schild, besonders bei müden Fahrern oder solchen, die nachts abgelenkt sind. Die wiederholte Bewegung bleibt auch so lange bestehen, wie der Zug die Übergangsstelle durchfährt, und gibt einem Fahrer mehrere Chancen, sie zu bemerken und zu reagieren. Das machte Wigwags bei ländlichen und vorstädtischen Straßen beliebt, wo Schranken zu kostspielig schienen oder wo das Verkehrsaufkommen noch keine vollständige Schrankenanlage rechtfertigte.

Rückgang und Varianten

Heute sind Wigwags größtenteils durch blinkende rote Lichter und automatische Bahnschranken verdrängt worden, die besseren rechtlichen Haftungsschutz und bessere Nachtsichtbarkeit bieten. Allerdings sind einige noch auf schwach befahrenen Nebenstrecken und ländlichen Übergängen in Betrieb, insbesondere dort, wo die Instandhaltungsbudgets begrenzt sind oder wo finanzielle Mittel des Bundes für Bahnübergänge noch nicht bereitgestellt wurden. Einige Bahngesellschaften halten Wigwag-Mechanismen immer noch als Sekundärindikatoren neben moderner Ausrüstung in Betrieb.

Die mechanische Einfachheit eines Wigwag ist zugleich seine Stärke und Schwäche. Er benötigt nach Aktivierung keine elektrische Stromversorgung zum Schwingen, aber die beweglichen Teile, Drehpunkte, Lager und der Arm selbst verschleißen und können im Winter oder bei Verschmutzung festsitzen oder verhaken. Korrosion des Ausgleichsgewichts und Rost können das Gleichgewicht stören und zu ungleichmäßigen oder trägen Bewegungen führen. Wenn ein Wigwag nicht mehr richtig oszilliert, wird er gerade deswegen unwirksam, weil Benutzer auf die Bewegung verlassen, um die Gefahr wahrzunehmen.

In der Fachsprache werden Wigwags als passive Warnsysteme klassifiziert, unterschieden von aktivem Bahnübergängsschutz wie Schranken. Eisenbahnarbeiter und Übergangs-Inspektoren verwenden den Begriff speziell für den Schwingarm-Typ, nicht für Licht- oder Schallwarnungen allein. Auf Gleisplänen und Bestandsverzeichnissen von Übergängen sieht man sie als "WW" gekennzeichnet oder aufgelistet nach der Modellbezeichnung des Herstellers. Ihre Präsenz an einem Übergang deutet oft auf eine historische Installation oder einen niedrig priorisierten Übergang im Modernisierungsplan der Bahngesellschaft hin.

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