y/o
Abkürzung für Yarnover.
y/o: eine bewusste Schleife, die Spitzenmuster und Struktur erzeugt
Ein Yarn Over, abgekürzt y/o, ist eine Stricktechnik, bei der Sie absichtlich das Garn um die Nadel wickeln, um eine neue Masche zu erzeugen. Anders als bei Standard-Maschen, die durch Durchziehen von Garn durch vorhandene Schleifen entstehen, hinterlässt ein Yarn Over ein Loch oder ein Öhr im Gestrick. Die Masche entsteht einfach, indem Sie das Arbeitsgarn nach vorne zur Nadel bewegen (oder es je nach vorheriger Masche vorne lassen) und dann die nächste Masche normal arbeiten. Dadurch wird das Garn ohne zusätzliches Durchziehen als vollständige Masche auf der Nadel fixiert.
Die Mechanik variiert je nach Kontext geringfügig. Wenn Sie einen Yarn Over zwischen zwei Maschen rechts arbeiten, führen Sie das Garn nach vorne, dann stricken Sie die nächste Masche rechts. Nach einer Masche links liegt das Garn bereits vorne, also führen Sie es nach hinten und wieder nach vorne, während Sie die nächste Masche abschließen. Die Richtung und Methode passen sich an die vorhergehende und folgende Masche an, aber das Grundprinzip bleibt gleich: Sie fügen eine Masche hinzu, indem Sie das Garn ohne Durchziehen durch eine andere Schlaufe loopen.
Funktion und Gestrickeigenschaften
Yarn Overs dienen sowohl strukturellen als auch dekorativen Zwecken. Ein einzelner Yarn Over erzeugt ein kleines Loch; wiederholte Yarn Overs in Mustern produzieren Spitzenstoffe mit systematischen Öhr-Anordnungen. Da jeder Yarn Over die Maschenzahl technisch erhöht, werden sie üblicherweise mit Abnahmen (wie zwei Maschen zusammenstricken) kombiniert, um die Maschenzahl zu halten und zu verhindern, dass sich das Gestrick unkontrolliert verbreitert. Bei Spitzenstricken entsteht das charakteristische offene Muster durch die Anordnung von Yarn Overs und Abnahmen. Die Löcher reduzieren auch Gewicht und Volumen, was Yarn Overs bei Sommerkleidung und Tüchern wertvoll macht.
Yarn Overs reagieren empfindlich auf Fadenspannung und Garnstärke. Bei feinem Spitzengarn (unter 1000 Meter pro 50 Gramm) können Öhr präzise und deutlich ausfallen. Bei dickeren Garnen kann die gleiche Technik zu lockeren, undefinierten Löchern führen. Die Sichtbarkeit eines Yarn Over Lochs hängt auch von den nachfolgenden Reihen ab: Ein Yarn Over im Glattmuster lässt das Öhr deutlich hervortreten, während die Integration in strukturierte Maschen sein Aussehen abschwächen kann. Spannungsinkonsistenz ist der häufigste Fehler und führt dazu, dass einige Yarn Overs in einem Muster deutlich größer oder kleiner ausfallen als andere.
Die Abkürzung y/o erscheint in praktisch allen Strickmustern mit Spitzen- oder Öhr-Techniken. Stricker treffen sie bei allem an, von ornamentalen Tuchrändern bis zu funktionalen Knopflöchern. Die Terminologie ist in englischsprachigen Musterbüchern einheitlich und bildet somit essentielles Vokabular für jeden, der Strickanweisungen liest oder schreibt.