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Crossovers

Coronis: Ornament versus Funktionszeichen

Ein Zierrat, der überall sonst schmückt, wird in der Druckerei zum technischen Marker für das Textende.

Für einen Kalligrafen oder Gestalter ist die Coronis reine Verzierung: ein geschwungener Federstrich, ein Schnörkel zur Verschönerung einer Seite. Sie gehört zu Flourishes, Arabesken und anderen Verzierungen, die nur um der visuellen Freude willen existieren. Das Wort selbst stammt vom griechischen koronis, was Krone bedeutet, und bezeichnete historisch das Zierzeichen, das Schreiber und Gelehrte zum Schmuck von Handschriftenenden verwendeten.

In der industriellen Druckerei verengt sich die Coronis auf eine spezifische Funktion. Sie ist ein kleines Zeichen, Symbol oder Druckmarke am Ende eines Buchkapitels oder Abschnitts, um das Ende anzudeuten. Der Drucker nutzt sie als technisches Funktionszeichen, nicht anders als einen Punkt oder einen Absatzumbruch. Sein dekorativer Ursprung zählt weniger als seine Aufgabe: Es muss dem Leser sofort deutlich machen, dass eine Texteinheit endet und eine andere beginnt oder dass das Werk vollendet ist.

Der Wandel von Ornament zur Funktion spiegelt wider, wie die Druckindustrie mittelalterliche Schreibpraxis übernahm und umfunktionierte. Mönche und Buchilluminatoren schufen Coronides als schöne Verzierungen, weil das Abschreiben von Hand langsam und teuer war; jede Seite war ein Kunstwerk. Mit der Ankunft des Buchddrucks behielten Drucker das Symbol bei, entfernten aber viel von seinem Überfluss. Es wurde zum Arbeitstier: billiger zu setzen als Platz zu lassen, deutlicher als überhaupt kein Zeichen und für Leser, die seine Bedeutung in früheren Büchern gelernt hatten, sofort erkennbar.

Der moderne Druck setzt die Coronis selten in ihrer klassischen Form ein. Digitales Schriftsystem hat solche Signale optional oder überflüssig gemacht. Aber das Prinzip lebt in Absatztrennern, Dingbats und Zierleisten weiter, die Verlage immer noch in komplexen Dokumenten einbinden. Die Coronis steht somit als Erinnerung dafür, dass industrielle Effizienz ein Kunstobjekt bewahren kann, wenn das Objekt seinen Platz im Arbeitsablauf auch verdient.

The dictionary entry

coronis (noun, industrial printing)
A device, curved stroke, or flourish formed with a pen, coming at the end of a book or chapter; a colophon. For example: ⸎, ۞.

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