Enricher: Die Choke unter anderem Namen
Ein Enricher macht das Kraftstoffgemisch fetter, aber der Name führt in die Irre: das Bauteil selbst macht das Gemisch gar nicht fetter.
Außerhalb des Handwerks könnte "Enricher" alles Mögliche bedeuten, was etwas besser oder voller macht. In der Urananreicherung hat der Begriff eine präzise Bedeutung. In der Automobilindustrie bezieht sich der Enricher auf die Choke: ein Drosselklappe im Lufteinlass eines Vergasermotors, die bei Kaltstart die Luftzufuhr zum Motor unterbricht oder begrenzt.
Der Enricher funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Bei Kaltstart verdampft der Kraftstoff nicht gut. Der Motor braucht ein höheres Verhältnis von Kraftstoff zu Luft als im warmen Betrieb. Durch das Schließen oder teilweise Schließen des Enrichers gelangt weniger Luft in den Vergaser. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch wird fetter, enthält also mehr Kraftstoff relativ zur Luft. Dies ermöglicht dem kalten Motor das Zünden und Laufen.
Die Fehlbezeichnung ist real und hartnäckig. Der Enricher macht das Gemisch nicht fetter. Er drosselt die Luft, nicht den Kraftstoff. Die Kraftstoffzumessung bleibt gleich. Das Gemisch wird fetter nur, weil das Luftvolumen sinkt. "Luftklappe" oder "Luftventil" wären wörtlich treffend, aber "Choke" erfasst, was es mechanisch tut: es drosselt die Luftzufuhr ab.
Warum sich "Enricher" durchgesetzt hat, ist in der Werkstattpraxis verwurzelt. Mechaniker beschreiben die Wirkung aus der Perspektive des Fahrers: Wenn man den Enricher zieht, wird das Kraftstoffgemisch fetter und der kalte Motor springt an. Der Begriff benennt die Absicht, nicht den Mechanismus. Einmal in Rede und Handbüchern etabliert, setzte sich die Bezeichnung fest, besonders in der europäischen Automobilkultur, auch wenn Fachleute wussten, dass die Physik von der Ausdrucksweise abwich.
The dictionary entry
enricher
(noun, automotive)
The choke; the component that supplies a richer mixture of fuel to the engine when required.