Feedback: Regelschleifen versus zweite Meinungen
Im alltäglichen Sprachgebrauch ist Feedback Rat oder Kritik. In der Werkstatt ist es ein physikalisches Signal, das zurückgeführt wird, um das Verhalten einer Maschine selbst zu steuern.
Für die meisten Menschen bedeutet Feedback Kommentare oder Kritik. Ein Vorgesetzter gibt einem Mitarbeiter Feedback. Ein Kunde gibt Feedback zu einem Produkt. Das Wort deutet auf menschliche Beurteilung hin, die in eine Richtung fließt: vom Beobachter zum Beobachteten.
In der Industrieelektronik ist Feedback ein messbares Signal, das rückwärts durch eine Regelschleife fließt. Ein Sensor erfasst einen Ausgabewert, Temperatur, Druck, Geschwindigkeit oder Position, und diese Messung wird zurück zur Eingangsstufe geleitet, wo sie mit einem Sollwert verglichen wird. Wenn eine Hydraulikpresse auf 500 bar eingestellt ist, der Sensor aber nur 480 bar meldet, löst das Fehlersignal eine Erhöhung des Pumpendurchsatzes aus. Das Feedback-Signal selbst ist keine Meinung; es ist eine Spannung, ein Strom oder ein digitaler Impuls, der dazu dient, den Fehler zu minimieren und das System zu stabilisieren.
Negative Feedback ist die häufigste Form in der Industrie. Der gemessene Wert wird vom Sollwert subtrahiert, und die Differenz treibt die Korrekturmaßnahme an. Auf diese Weise hält ein Thermostat die Raumtemperatur konstant, ein Servomotor behält seine Position, eine Stromversorgung ihre Spannung. Positive Feedback verstärkt die ursprüngliche Änderung und wird nur selten verwendet, zum Beispiel in Komparatoren oder ausgelösten Schaltungen, da es ein System eher zu einem Extrem als zu einem stabilen Punkt treibt.
Die beiden Bedeutungen divergierten, weil sie entgegengesetzte Einflussrichtungen beschreiben. Alltägliches Feedback fließt von außen herein als Meinung. Industrielles Feedback fließt von der Ausgabe zurück zur Eingabe als Daten, und das System reagiert automatisch. Die gemeinsame Metapher ist Zirkulation: In beiden Fällen fließt etwas zurück. Aber in Regelstrecken ist diese Schleife geschlossen, kontinuierlich und mechanisch oder elektronisch. Es gibt keine Verzögerung durch Interpretation, keine Ermessensentscheidung, keine Verhandlung. Das Feedback korrigiert den Fehler oder nicht.
Die Feedback-Verstärkung, die Stärke, mit der das System auf das Fehlersignal reagiert, ist einstellbar. Zu geringe Verstärkung und das System reagiert träge; zu große und das System schwingt oder wird instabil. Diese Abstimmung des Feedback, genannt Regelkreisausgleich, ist eine Kerndisziplin der Regelungstechnik. Die alltägliche Bedeutung von Feedback enthält keinen Begriff von Verstärkung oder Stabilität. Wenn Feedback in einem Gespräch gefordert ist, sind Geschwindigkeit und Stärke der Reaktion persönliche Entscheidungen, keine technischen Parameter.
The dictionary entry
feedback
(noun, industrial electronics)
The part of an output signal that is looped back into the input to control or modify a system.