Gimp: Garn umwickeln, nicht Stoff einfassen
In der Textilindustrie bedeutet Gimping, Garn spiralförmig mit Faden oder Draht zu umwickeln, ein strukturelles Verfahren, das mit dem gleichnamigen dekorativen Besatz nichts zu tun hat.
Für die meisten Menschen ist Gimp ein dekorativer Besatz, eine Borte oder Einfassung, die zum Verzieren auf Stoff oder Polstermöbel genäht wird. Es gibt ihn in vielen Farben und Strukturen und er erscheint auf allem von Vorhängen bis zu Uniformen. Das Wort hat auch andere umgangssprachliche Bedeutungen, die nichts mit Textilien zu tun haben. Aber in der Textilproduktion ist Gimping ein völlig anderer Vorgang mit funktionalem Zweck.
In der Fabrik bedeutet Gimping, ein zweites Garn oder einen Draht fest um ein Basisbygarn oder um eine Schnur in kontinuierlicher Spirale herumzuwickeln. Eine Gimpingmaschine führt das Trägergarn durch einen rotierenden Kopf, der das Umwicklungsmaterial in engen, überlappenden Windungen um dieses herumlegt. Das Ergebnis ist das gimpte Garn: ein zusammengesetztes Fadensystem, bei dem die spiralförmige Umwicklung das Trägergarn verstärkt, stabilisiert oder seine mechanischen Eigenschaften verändert. Das ist Strukturarbeit, keine Oberflächenornamentik.
Gimtes Garn erfüllt praktische Funktionen. Die Umwicklung kann ein empfindliches oder elastisches Trägergarn beim Weben oder bei der Verwendung vor Abrieb und Beschädigungen schützen. Sie kann einem Garn Gewicht, Volumen oder Steifheit verleihen, ohne das Trägermaterial selbst zu ändern. In manchen Anwendungen wird Draht um Garn gewickelt, um leitfähige oder starre Verbundgarne für spezialisierte Stoffe herzustellen. Das Verfahren reicht Jahrhunderte zurück in die Herstellung von Seilen und Tauen, bevor es auf die feinere Textilarbeit übertragen wurde.
Die Unterscheidung zwischen den beiden Bedeutungen spiegelt die Wortgeschichte wider. Gimp als dekorativer Besatz stammt vermutlich aus dem Niederländischen oder Altfranzösischen und bezieht sich auf etwas Gekrüsteltes oder Gerilltes. Mit der Zeit bezeichnete das Wort den Besatz selbst. In der Textilproduktion wurde das gleiche Verb, gimpen, auf die mechanische Handlung des Umwickelns angewendet: um etwas zu kräuseln oder ein Material spiralförmig um ein anderes zu wickeln. Die Beziehung ist etymologisch, nicht funktional; das eine wurde ein Schmuckelement, das andere ein Herstellungsverfahren.
The dictionary entry
gimp
(verb, textile production)
Of yarn, cord, thread, etc., to wrap or wind (surround) with another length of yarn or wire in a tight spiral, often by means of a gimping machine, creating 'gimped yarn', etc. Also, generally, to wrap or twist with string or wire. See gimped.