gimpen
Englisch: gimp
Garn, Kordel, Faden usw. durch spiralförmiges Wickeln oder Winden mit einem anderen Garn oder Draht umhüllen, oft mit einer Gimpmaschine, um Gimpgarn usw. herzustellen; allgemein mit Schnur oder Draht umwickeln oder verdrehen
Gimpen: Kern- oder Trägergarn spiralförmig mit Draht oder Faden umwickeln
Gimpen bedeutet, ein Kerngarn oder eine Kordel eng mit einem anderen Material, meist Draht oder kontrastierendem Faden, in kontinuierlicher Spirale umzuwickeln. Der Prozess erzeugt ein verstärktes oder dekoratives Verbundgarn, das eine Grundfaser mit einer schützenden oder ornamentalen Außenschicht kombiniert. Dies geschieht maschinell auf einer Gimpmaschine, die das Kernmaterial durch einen rotierenden Leiter führt, der das Umwicklungsmaterial mit gleichmäßigem Pitch und konstanter Spannung anlegt.
Der Kern eines Gimpgarns kann Baumwolle, Seide, synthetisches Filament oder Kordel verschiedener Durchmesser sein, typischerweise zwischen 0,5 und 5 Millimetern. Die Umwicklung ist meist feiner Draht, normalerweise glänzendes Aluminium oder verzinntes Kupfer für Sichtbarkeit und Flexibilität, obwohl Seide oder synthetischer Faden verwendet wird, wenn ein weicheres Griff- oder anderes Erscheinungsbild erforderlich ist. Drahtgimpen ist Standard in Militärborten, Polstertrimm und Dekorationsschnüren, weil der Draht Steifheit verleiht und verhindert, dass die Kordel während des Umgangs und Nähens ausfranst oder zusammengedrückt wird.
Varianten und Anwendungen
Gimpen erscheint in verschiedenen Kontexten im Textil- und Trimmbereich. Flache gimpte Schnüre werden in Militärabzeichen, Schulterstücken und Paradeuniform verwendet, weil der Draht die Kante verstärkt und ein Ausfranzen verhindert. Gimpgarn wird in Flechtrahmen eingespeist, um robuste Hohlborten für Gardinentroddeln, Polsterkanten und kirchliche Borten herzustellen. Doppelgimpen, bei dem Draht beide Seiten eines flachen Kerns umwickelt, erzeugt steifere Produkte für architektonische und theatralische Anwendungen. Synthetisches Gimpgarn ist in theatralischem Kostümtrimm und Bühnendraperie üblich, weil es widerstands- und feuchtigkeitsbeständig ist.
Spannungskontrolle während des Gimpens ist entscheidend: zu locker und die Umwicklung spiralt, zu fest und sie schneidet oder quetscht den Kern, oder der Umwicklungsfaden reißt. Der Pitch (die Anzahl der Umwicklungen pro Längeneinheit) ist einstellbar und reicht von 8 bis 40 Umwicklungen pro Zoll, abhängig vom gewünschten Griff und Erscheinungsbild. Der Name Gimpen stammt aus dem Altniederländischen gimpen, was binden oder einfassen bedeutet, und ist seit Jahrhunderten im Textil-Vokabular stabil geblieben.
Gimpen unterscheidet sich von anderen Umwicklungsprozessen: Twisten verbindet zwei Garne durch gegenseitige Drehung, während Gimpen ein Material um einen stationären Kern wickelt. Im Gegensatz zu Spiralen, die locker sein können, ist Gimpen immer fest und absichtlich. Die Qualitätskontrolle konzentriert sich auf Wickelgleichmäßigkeit, Kernbedeckung (typischerweise 95 bis 100 Prozent) und Drahtzustand, da geknickte oder korrodierte Drähte sichtbare Mängel im Fertigprodukt erzeugen.