Inkball: Ein Ball, der verteilt, nicht springt
Für die meisten ist ein Inkball ein Spielzeug. Für einen Drucker ist es ein Präzisionswerkzeug zum Benetzen von Metall-Lettern vor dem Druck.
Ein Inkball klingt nach einem Spielzeug, und der Name führt tatsächlich in die Irre. Aber das Wort beschreibt die Form und den Inhalt, nicht die Funktion. Der Ball sitzt am Ende eines hölzernen Griffs, mit Leder überzogen und gefüllt mit weichem Material, das Druckfarbe gleichmäßig aufnimmt und wieder abgibt. Ein Drucker griff den Stiel, rollte oder tupfte den Inkball über die eingefärbten Lederbälle oder das Lederkissen, das Inkstone genannt wird, und arbeitete ihn dann über die erhabenen Metalllettern auf dem Satz, um jede Buchstabe und jedes Bild mit einer dünnen, gleichmäßigen Schicht ölbasierter Druckfarbe zu beschichten.
Der Inkball existiert beim Buchdruck mindestens seit dem sechzehnten Jahrhundert. Davor verwendeten Drucker Kissen aus Fell oder Filz. Der Inkball war eine Verbesserung: Die Lederhaut hielt die Farbe besser, das nachgiebige Polster innen, oft aus Wolle, Rosshaar oder Baumwollschrott, stauchte und schnellte zurück, und die Ballform ermöglichte es dem Drucker, über unebene Flächen zu arbeiten, ohne zu verhaken oder einzureißen. Das Werkzeug musste leicht genug sein, um es wiederholte Male ohne Ermüdung zu handhaben, aber fest genug, um Farbe zu übertragen, ohne Abdrücke oder Lücken zu hinterlassen. Die Balance der Materialien war entscheidend.
Der Inkball arbeitete gut für Pressen mittlerer Größe und Geschwindigkeit. Mit der Beschleunigung des Drucks im neunzehnten Jahrhundert verlangten schnellere Pressen schnelleres Einfärben. Die Brayer, eine Walze mit Gummi oder Komposition überzogen, ersetzte den Inkball. Eine Brayer konnte auf die Presse selbst montiert werden und durch einen Farbkasten rotieren oder über eine Farbwalze fahren, wobei sie die Type in einer einzigen Bewegung beim Pressen einfärbte. Später bauten selbstfärbende Pressen das Färbsystem direkt in die Maschine ein.
Der Inkball verschwand Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aus dem gewerblichen Druck. Doch das Wort bleibt in der Druckgeschichte und im Vokabular von Buchdruckenthusiasten bestehen, die immer noch Proofs und Auflagen von Hand drucken. Der Inkball steht für eine Epoche, in der Druck ein Handwerk war, in dem die Geschicklichkeit eines Druckers nicht nur im Setzen von Lettern lag, sondern in der bewussten, taktilen Arbeit des Einfärbens und des Druckens jedes einzelnen Blattes. Das Werkzeug ist jetzt ein Museumsstück, aber es bleibt der Urahn aller modernen Färbsysteme.
The dictionary entry
inkball
(noun, industrial supplies, equipment, and components)
A leather-covered dauber, stuffed with soft, resilient wadding, with a wooden handle, used to ink type forms for printing. A predecessor of brayers and self-inking presses.