3G
Abkürzung für dritte Mobilfunkgeneration, ein Standard für Mobilfunkkommunikation.
3G: der Mobilfunkstandard, der Sprache und Daten verband
3G bezeichnet die dritte Generation von Mobilfunkstandards, die ab Anfang der 2000er Jahre flächendeckend ausgerollt wurden. Anders als 2G-Netze, die Sprachanrufe und SMS priorisierten, waren 3G-Systeme für erhebliche Datenmengen ausgelegt. Der Standard ermöglichte praktischen mobilen Internetzugriff, Video-Streaming und Anwendungen, die durchgehend Bandbreite benötigten. Die theoretischen Spitzengeschwindigkeiten lagen bei 2 Mbps bei einfachen Implementierungen und reichten mit Optimierungen wie HSPA (High Speed Packet Access) bis etwa 14 Mbps.
Die wichtigsten 3G-Spezifikationen stammten von der ITU als IMT-2000 und wurden durch regionale Varianten umgesetzt. WCDMA (Wideband Code Division Multiple Access) dominierte Europa und Teile Asiens. CDMA2000 wurde in Nordamerika und Südkorea eingesetzt. TD-SCDMA fand Verbreitung in China. Alle gehörten zur gleichen Generation, weil sie 2G-Datenraten übertroffen und paketgesteuerte Kernnetze einführten, obwohl sich ihre Funkzugriffsverfahren erheblich unterschieden.
Netzarchitektur und der Wechsel zu Paketen
3G-Systeme verabschiedeten sich vom leitungsvermittelten Modell, das Sprachanrufe wie in klassischen Telefonnetzen verband. Stattdessen wurden Nutzerdaten in Pakete zerlegt, effizient durch gemeinsame Infrastruktur übertragen und am Ziel wieder zusammengesetzt. Das bedeutete, dass ein einzelner Funkkanal mehrere Benutzer gleichzeitig bedienen konnte und die Bandbreite nach Bedarf skalierte, statt sie für einen Anruf zu reservieren. Der Wechsel erforderte neue Backhaul-Infrastruktur und Vermittlungsausrüstung, weshalb 3G-Ausbauten kostspielig waren und Jahre dauerten.
Der Standard hatte echte Grenzen. Der Stromverbrauch blieb hoch, besonders bei durchgehender Paketdatenübertragung; die Akkulaufzeit früher 3G-Telefone sank merklich gegenüber 2G-Geräten. Die Netzabdeckung war zunächst dünn verteilt, weil Antennenstationen komplexere Ausrüstung brauchten. Die Technologie erwies sich auch als anfällig für Überlastung; wenn viele Benutzer gleichzeitig in einer Zelle auf Daten zugriffen, sanken die Geschwindigkeiten erheblich.
3G diente letztlich als Übergangslösung. Es bewies, dass Mobilfunknetze Daten zuverlässig transportieren konnten, und ließ Nutzer Internetzugriff auf Telefonen erwarten. Ab den 2010er Jahren begannen 4G-(LTE-)Systeme 3G-Infrastruktur zu ersetzen und boten bessere Spektrumeffizienz und höhere durchgehende Geschwindigkeiten. Heute sind 3G-Netze auf entwickelten Märkten weitgehend abgeschaltet, aber der Begriff hält sich in historischen Dokumentationen und Spezifikationen von Legacy-Ausrüstung.