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Elektrotechnik

Femtozelle

Englisch: femtocell

Ein drahtloses Kommunikationssystem, kleiner als eine Pikotzelle, üblicherweise für den Einsatz in einem Haus oder kleinen Unternehmen ausgelegt.

Femtocell: ein taschengroßer Mobilfunkmast für Ihr Büro

Eine Femtocell ist eine niederleistungs-Mobilfunkbasisstation in etwa der Größe eines Desktop-Routers, die einen miniaturisierten Funkbereich im Innenbereich schafft. Sie verbindet sich mit dem öffentlichen Mobilfunknetz über Breitband, typischerweise DSL, Kabel oder Glasfaser, und sendet auf lizenzierte Trägerfrequenzen aus. Dies ermöglicht mobilen Geräten in Reichweite, sich so zu verbinden, als würden sie im Hauptnetz des Betreibers funken. Der Abdeckungsradius liegt typischerweise bei 5 bis 10 Metern, wobei dies je nach Baumaterial und Sendeleistung variiert.

Der Begriff spiegelt die SI-Präfix-Hierarchie wider: Eine Femtocell arbeitet in einem kleineren Maßstab als eine Picocell (die wiederum kleiner ist als eine Microcell). Das Präfix gibt die Größenordnung an, nicht eine genaue Messung. Femtocells werden in der Fachliteratur manchmal Home Base Stations oder Access Points genannt, obwohl diese Begriffe technische Unterscheidungen verwischen. Sie unterscheiden sich von verteilten Antennensystemen (DAS), die bestehende Signale von Makro-Masten weiterleiten, und von Wi-Fi-Calling-Systemen, die IP-Netze statt lizenziertes Spektrum nutzen.

Femtocells lösen ein konkretes Problem: tote Zonen innerhalb von Gebäuden, wo Signale von weit entfernten Makro-Masten durch Beton, Stahl oder Entfernung blockiert oder stark gedämpft werden. Die Installation einer Femtocell macht externe Signalverstärker überflüssig (die Störungen an benachbarten Masten verursachen können) und verringert die Belastung des Makro-Netzes durch Rückwärtsverkehr, da der Datenverkehr lokal endet. Eine typische Femtocell verbraucht 5 bis 10 Watt und handhabt 4 bis 8 gleichzeitige Anrufe, was für ein kleines Büro oder eine Wohnung ausreichend ist.

Praktische Einschränkungen und Einsatz

Betreiber kontrollieren den Zugang zu Femtocells streng: Die meisten Geräte unterstützen nur einen Netz-Betreiber und erfordern explizite Aktivierung. Einige Femtocells ermöglichen eine Whitelist autorisierter Handsets, andere unterstützen Closed Subscriber Groups, wobei nur registrierte SIM-Karten verbunden werden können. Dies verhindert unbefugten Zugang und sichert die Einnahmenkontrolle. Die Zuverlässigkeit der Rückwärtsleitung ist kritisch: Fällt die Breitband-Verbindung aus, ist auch der Mobilfunkdienst für auf dieser Femtocell registrierte Geräte weg.

Die Femtocell-Bereitstellung ist seit etwa 2015 rückläufig, da sich 4G-LTE-Makro-Netze verbessert haben und die Small-Cell-Architektur zu von Betreibern kontrollierten, im lizenzierten Spektrum arbeitenden verteilten Netzen statt zu abonnentengesteuerten Geräten verschoben hat. Sie bleiben in Unternehmensumgebungen relevant: Lagerhallen, unterirdische Parkplätze, große Bürokomplexe. Dort verkaufen Betreiber verwaltete Femtocell-Netze als Dienst an, aber private Femtocells sind in etablierten Märkten heute relativ selten.

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