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Elektrotechnik

Mobile Virtual Network Operator

Englisch: mobile virtual network operator

Ein Anbieter von Mobilfunktelekommunkation, der keine eigene physische Netzinfrastruktur betreibt, sondern sich auf Verträge mit Betreibern von physischen Mobilfunknetzinfrastrukturen stützt, um Mobilitätszugang bereitzustellen.

MVNO: Funkfrequenzen mieten statt Türme bauen

Ein mobiler virtueller Netzbetreiber (MVNO) kauft Wholesale-Zugang zu Funkspektrum und Netzinfrastruktur von einem lizenzierten Carrier und verkauft diese Kapazität unter eigenem Namen an Endkunden weiter. Der MVNO besitzt keine Mobilfunkmasten, keine Spektrumlizenzen und keine Vermittlungsanlagen; er ist ein Handels- und Abrechnungsunternehmen, das zwischen dem Infrastrukturbetreiber und dem Verbraucher sitzt.

Das Geschäftsmodell funktioniert, weil Infrastrukturbetreiber (Mobile Network Operators oder MNOs genannt) über überschüssige Kapazität verfügen. Ein MNO mit lizenziertem Spektrum und gebauten Türmen in einer Region generiert Umsatz pro Megahertz und Abonnent. Ein MVNO kann diese Kapazität in großen Mengen zu Wholesale-Preisen kaufen, typischerweise 40 bis 60 Prozent unter dem Einzelhandelspreis, und dann seinen eigenen Kundenservice, seine Marke und seinen Gewinnaufschlag hinzufügen. Dieses Modell funktioniert am besten in ausgereiften Märkten, wo der Netzausbau abgeschlossen ist und die Auslastung vorhersehbar ist.

Unterschiedliche Strukturen von MVNOs

Vollständige MVNOs betreiben ihre eigene Vermittlung, Abrechnung und Kundenservice-Infrastruktur; sie verhandeln direkte Verträge mit MNOs für rohe Kapazität und kontrollieren das gesamte Kundenerlebnis. Light MVNOs mieten sowohl Kapazität als auch Netzfunktionen (Vermittlung, Roaming, Kundenbetreuung) vom Host-MNO und fungieren im Wesentlichen als Wiederverkäufer mit begrenzter technischer Kontrolle. Einige MVNOs operieren nur in bestimmten Regionen oder Bändern und kaufen Spektrumzugang gebiet- oder frequenzweise, anstatt bundesweit.

Der schwache Punkt des MVNO-Modells liegt in der Servicevereinbarung. Da der MVNO keine Kontrolle über das zugrunde liegende Netz hat, kann er Abdeckung, Geschwindigkeit oder Verfügbarkeit nicht unabhängig garantieren. Bei Überlastung wird der eigene Verkehr des MNO typischerweise gegenüber MVNO-Verkehr bevorzugt, ein Phänomen namens Deprioritisierung. Ein MVNO mit schlechten Wholesale-Bedingungen kann auch Drosselung bei bestimmten Protokollen oder Datenklassen erfahren.

MVNOs sind als Dienstanbieter lizenziert, müssen aber in den meisten Gerichtsbarkeiten keine Spektrumlizenzen halten. In der Europäischen Union müssen sie bestimmte Infrastruktur-Schwellenwerte erfüllen, oder sie riskieren, als Wiederverkäufer reklassifiziert zu werden, was weniger regulatorischen Schutz mit sich bringt. Der Begriff selbst entstand Ende der 1990er Jahre, als das Spektrum in entwickelten Märkten gesättigt wurde und Telekommunikationsregulierungsbehörden begannen, Wettbewerb unterhalb der Infrastrukturebene zuzulassen.

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