ACS
Initialism of adjacent channel selectivity.
ACS: die Fähigkeit eines Empfängers, benachbarte Frequenzen zu ignorieren
Adjacent Channel Selectivity beschreibt, wie gut ein Funkempfänger ein gewünschtes Signal herauspicken und unerwünschte Übertragungen auf benachbarten Frequenzen unterdrücken kann. In der Praxis beschreibt sie die Resistenz des Empfängers gegen Störungen von Kanälen neben dem abgestimmten Kanal. Eine schlechte ACS-Bewertung bedeutet, dass starke Signale aus benachbarten Kanälen das Zielkanal-Signal verschlechtern oder blockieren. Gute ACS bedeutet, dass diese benachbarten Übertragungen minimale Auswirkungen haben.
ACS wird kritisch in überlasteten Spektrumbereichen. Mobilfunknetze, Funksprechfunksysteme und Notfalldienste arbeiten mit Kanälen, die nur 25 kHz, 12,5 kHz oder sogar 6,25 kHz auseinander liegen. Ohne ausreichende Selektivität wird eine Hochleistungsübertragung auf Kanal N+1 ein schwaches eingehendes Signal auf Kanal N überlagern und Empfang unmöglich machen. Die Metrik wird typischerweise in Dezibel ausgedrückt und vergleicht die Empfindlichkeit des Empfängers auf dem Zielkanal mit seiner Empfindlichkeit, wenn ein starkes Signal auf einem benachbarten Kanal vorhanden ist.
Die Selektivität hängt von der Empfänger-Konstruktion und Filterung ab. Ein scharfes Bandpass-Filter vor dem Mischer verbessert die ACS erheblich, ebenso wie sorgfältige Auslegung der ZF-Stufe. Moderne digitale Empfänger nutzen softwaregesteuerte Filter, die bessere Leistung im benachbarten Kanal erreichen können als fest verdrahtete Analogfilter vergleichbarer Komplexität. Doppelwandler-Empfänger mit zwei Zwischenfrequenzen bieten generell bessere ACS als Einfachwandler-Designs, da die erste ZF-Stufe zum Unterdrücken benachbarter Kanäle vor weiterer Mischung abgestimmt werden kann.
ACS unterscheidet sich von Spiegelfrequenz-Unterdrückung und anderen Selektivitätsmetriken. Spiegelfrequenz-Unterdrückung behandelt Signale an der Spiegelfrequenz; ACS betrifft speziell Frequenzen unmittelbar neben dem gewünschten Kanal. In Mobilfunk- und Commercial-Radio-Standards erscheinen ACS-Anforderungen neben Spezifikationen für Co-Kanal-Selektivität und Blockierleistung, wobei jeder eine andere Störbedrohung adressiert. Ein Empfänger kann hervorragende ACS, aber schlechte Blockierleistung haben (Anfälligkeit für sehr starke Signale außerhalb des Bandes), was separate Designoptimierung für jeden Parameter erfordert.
Die ACS-Feldleistung hängt von Antenneanordnung und Signalstärkeverteilung ab. In städtischen Bereichen mit mehreren starken Sendern dicht beieinander werden schwache Empfänger oder Antennen, die zu benachbarten Hochleistungs-Sendestellen ausgerichtet sind, mehr unter Störungen benachbarter Kanäle leiden, als Messungen am Prüfstand nahelegen. Systemplaner berücksichtigen ACS bei der Gestaltung von Kanalzuweisungen und Abdeckungsstrategien, besonders in Funksystemen, wo mobile Einheiten über unterschiedliches Gelände und Sendestandorte arbeiten.