Luft-Luft
Englisch: air-to-air
Bezieht sich auf eine Aktion oder Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehr Flugzeugen im Flug.
Luft-zu-Luft-Betankung: Kraftstoffüberführung zwischen fliegenden Luftfahrzeugen
Luft-zu-Luft-Betankung überführt Kraftstoff von einem Luftfahrzeug im Flug auf ein anderes und verlängert damit Reichweite und Einsatzdauer ohne Landung. Ein mit einer Lanze oder einem Schlauch-Korb-System ausgerüstetes Tankflugzeug positioniert sich neben dem Empfängerflugzeug, das eine Sonde oder Aufnahmestelle ausfährt, um Kraftstoff anzunehmen. Die Überführung erfolgt in Höhen zwischen typischerweise 6.000 und 30.000 Fuß, wobei beide Luftfahrzeuge in Formation bleiben und Geschwindigkeiten fahren, die an ihre langsamste sichere Fluggeschwindigkeit angepasst sind.
Zwei Hauptverfahren bestimmen die Luftfahrt. Das Lanze-und-Aufnahmestelle-System, verwendet von den meisten militärischen Flugzeugen und großen Transportflugzeugen, nutzt eine starre Lanze, die der Tankflugzeugführer manuell in eine Aufnahmestelle am Empfänger positioniert. Das Schlauch-Korb-Verfahren verwendet einen flexiblen Schlauch mit einem Korb oder Trichter, in den die Sonde des Empfängers eindringt. Es erfordert weniger Genauigkeit von der Tankflugzeugcrew, aber mehr Pilotenfähigkeiten vom Empfängerflugzeug. Marineflugzeuge und einige Verbündete bevorzugen das Schlauch-Korb-Verfahren wegen seiner Vereinbarkeit mit Flugdeckbetrieb.
Betriebliche Einschränkungen und Gefahren
Die Dichtehöhe des Betankungsortes beeinflusst maximale Kraftstoffüberführungsraten; Operationen in großer Höhe oder bei hoher Temperatur erfordern Anpassungen. Kraftstofftemperaturen müssen im sicheren Bereich bleiben; schnelle Überführung kann Kraftstoff über Spezifikationen hinaus erhitzen. Beide Luftfahrzeuge erfahren Strukturbelastung durch die bei Kontakt entstehenden Kräfte, was die Manöverhüllkurve einschränkt. Vereisungsbedingungen stellen besonderes Risiko dar, denn Vereisung von Sonde oder Lanze kann erfolgreichenKontakt verhindern oder zu Schäden an der Aufnahmestelle führen. Turbulenzen, Windscherung und Instrumentenflugwetterbedingungen verringern alle Sicherheitsmargen und sind oft begrenzende Faktoren.Wartungspersonal prüft Lanzenbetätigungen, Aufnahmestellen-Verriegelungen, Kraftstoffströmungsmesser und Druckentlastungsventile vor jeder Operation. Tankflugzeuge erfordern regelmäßige Überprüfung von Lanchensteuerflächenauf Geradheit, Bewegungsfreiheit und Verschleiß. Empfängerflugzeug-Aufnahmestellen müssen von Verschmutzung gereinigt und auf ordnungsgemäße Abdichtung und Verriegelungsfunktion geprüft werden. Schlauchbaugruppen in Schlauch-Korb-Systemen werden durch Vibrationen und thermische Wechselbelastung beansprucht und sind planmäßig zu wechseln, unabhängig von sichtbarem Verschleiß.
Die Wirtschaftlichkeit der Luft-zu-Luft-Betankung treibt ihren Einsatz bei Langstreckenbombardierungen, Aufklärung und Jagdflugzeugeinsätzen voran, bei denen die Einsatzentfernungsdie nicht betankte Reichweite übersteigt. Ein einzelnes Tankflugzeug kann mehrere Empfänger versorgen, aber der vom Tankflugzeug beim Steigen und bei Manövern zur Positionierung verbrauchte Kraftstoff vermindert den insgesamt überführten Nettokraftstoff. Das Verfahren bleibt betrieblich unverzichtbar für andauernde Operationen weit entfernt von Basen und wird regelmäßig von Militärluftstreitkräften trainiert, um die Crewausbildung zu bewahren.