Airbag
Englisch: airbag
Schutzvorrichtung in Automobilen, die bei einem Unfall durch explosive Zersetzung von Natriumazid einen mit Stickstoff gefüllten Beutel vor Fahrer oder Beifahrer schnell aufbläst und Kopfverletzungen verhindert; Seitairbags schützen auch Insassen auf den Rücksitzen.
Airbag: explosives Kissen, das sich in Bruchteilen einer Sekunde entfaltet
Ein Airbag ist eine Stoffhülle aus Nylon, die sich bei einem Unfall blitzschnell aufbläst und die Insassen vor dem Aufprall auf Armaturenbrett, Lenkrad oder Seitenwand schützt. Das System besteht aus drei Hauptkomponenten: einem Sensor zur Erfassung der plötzlichen Verzögerung, einer Zündeinheit mit chemischem Treibstoff und dem Airbag selbst. Bei Auslösung zündet die Zündeinheit Natriumazid oder ähnliche energiereiche Verbindungen, wodurch Stickstoffgas entsteht, das den Airbag in etwa 30 bis 50 Millisekunden füllt, lange bevor ein ungesicherter Insasse auf das Armaturenbrett, Lenkrad oder die Seitenwand aufschlägt.
Moderne Fahrzeuge haben mehrere Airbags an verschiedenen Positionen. Der klassische Frontairbag im Lenkradnabe oder Armaturenbrett schützt Fahrer und Beifahrer vor Kopf- und Brustverletzungen. Seitenairbags in Sitzbefestigungen oder Türverkleidungen polstern den Oberkörper bei Seitenkollisionen. Vorhangairbags verlaufen entlang der Dachlinie und schützen den Kopf bei Seitenaufprällen und Überrollvorgängen. Einige Fahrzeuge haben auch Airbags hinter den Rücksitzen oder in den Sitzkissen selbst. Jeder Airbag-Typ hat eine separate Sensorschaltung, sodass die Auslösung je nach Richtung und Stärke des Aufpralls angepasst werden kann.
Auslösung und Ausfallmöglichkeiten
Airbag-Sensoren erfassen Verzögerungswerte und lösen normalerweise nur aus, wenn der Aufprall einen Schwellwert von etwa 13 bis 15 g-Kräften überschreitet. Das ist genug, um einen echten Unfall zu erfassen und nicht nur ein Schlagloch oder Bordsteintreffer. Eine Überwachungsschaltung kontrolliert ständig das System und prüft die elektrische Kontinuität und Sensorfunktion. Ausfälle können auftreten, wenn Sensoren korrodieren, Kabelverbindungen lockern oder die Zündladung mit der Zeit an Leistung verliert. Versehentliche Auslösungen durch elektrische Fehler sind selten, aber gefährlich; zu späte oder gar keine Auslösung durch Sensorausfall oder chemische Beeinträchtigung lässt Insassen ungeschützt.
Der Airbag muss nach Aufnahme des Aufpralls aufreißen oder entlüften, damit das Gas entweichen kann und den Insassen nicht erstickt oder an weiteren Bewegungen hindert. Das Airbag-Gewebe ist so konstruiert, dass es entlang vorgegebener Nähte aufreißt oder durch Öffnungen, die den Druck in wenigen hundert Millisekunden abbauen, entlüftet. Unzureichendes Entlüften kann den Insassen gegen den Airbag drücken; zu starkes Entlüften führt dazu, dass der Airbag zu schnell zusammenfällt und seine Schutzwirkung verliert.
Airbags funktionieren am wirksamsten zusammen mit Sicherheitsgurten, die den Oberkörper halten und die Vorwärtsbewegung verringern, damit der Airbag Kopf und Brust über eine kürzere Strecke abbremsen kann. Insassen, die zu nah am Lenkrad oder Armaturenbrett sitzen, sind gefährdet durch den Airbag selbst, da die Zündeinheit Temperaturen über 200 Grad Celsius erreicht und der Airbag mit erheblicher Kraft expandiert. Kinder und Erwachsene mit geringer Körpergröße tragen ein erhöhtes Risiko, weshalb viele Länder mittlerweile vorschreiben, dass Beifahrer-Frontairbags manuell abgeschaltet werden können.