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Metallurgie

Mandelöfen

Englisch: almond furnace

nounMetallurgieobsolete

Ein Ofen, der beim Raffinieren verwendet wird, um das Metall von Schlacke und anderen Fremdstoffen zu trennen.

Mandelform: ein Raffinationsherd mit niedriger Temperatur für Edelmetalle

Die Mandelform war ein kleiner Ofen mit niedriger Arbeitstemperatur, der bei der Raffination von Edelmetallen verwendet wurde, besonders bei Gold- und Silberarbeiten. Den Namen verdankte er seiner mandelförmigen Querschnittsfläche, wenn man von oben auf den Herd blickte. Diese Bauform ermöglichte eine gleichmäßige Wärmeverteilung auf der Herdplatte und hielt die Temperatur so kontrolliert, dass das zu verarbeitende Metall nicht übermäßig oxidierte. Der Ofen stand auf Bodenniveau oder etwas darüber, mit einer flachen, sanft gewölbten Arbeitsfläche.

Die Hauptaufgabe der Mandelform war die Trennung von raffiniertem Metall von Krätzen, der gemischten Masse aus oxidierten Verunreinigungen, Flussmittelrückständen und nicht umgesetztem Material, das nach dem ersten Schmelzen oder der Kupellation übrigblieb. Die Hitze von unten erweichte die Krätzemasse gerade soweit, dass sich das schwerere, flüssige Edelmetall durch Schwerkraft absetzen und trennen konnte. Es sammelte sich in einer Vertiefung oder einer Mulde am tiefsten Punkt des Herdes, während die leichteren Krätzen und Schlacken nach ausreichender Abkühlung abgezogen oder abgehoben werden konnten.

Diese Öfen brannten mit Holzkohle und verließen sich auf natürliche oder blasebalgengetriebene Zugluft statt auf erzwungene Luftströmungssysteme. Der Ofenmeister kontrollierte die Temperatur durch Anpassung der Brennstoffmenge und der Luftzufuhr, eine Fertigkeit, die Jahre brauchte, um richtig zu erlernen. Zu heißer Betrieb riskierte großen Metallverlust durch Oxidation und Verflüchtigung; zu kühl und die Krätzen flossen nicht frei genug, um sich wirksam zu trennen.

Warum der Begriff veraltet ist

Die Mandelform gehörte einer Tradition von handwerklich betriebenen Raffinationsherden an, die überflüssig wurden, als die industrielle Metallurgie im 19. und 20. Jahrhundert mechanisierte Flammenöfen, Muffelöfen und später elektrolytische Raffinationsmethoden übernahm. Moderne Edelmetallraffinerien verwenden thermostatisch geregelte Öfen mit kontrollierter Atmosphäre, die das Ratespiel und die Arbeitsintensität des alten Designs beseitigten. Der Begriff überlebt heute nur noch in historischen Texten zur Probierkunde und in Museumsbeschreibungen von Werkstätten aus alter Zeit.

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