SpracheEnglishDeutsch
Optik und Bildgebung

Antikrone

Englisch: anticorona

Gloriaerscheinung in der optischen Physik.

Antikrone: der helle Lichtkranz um deinen Schatten

Eine Antikrone ist ein leuchtender Ring oder Lichtkranz, der direkt gegenüber der Sonne erscheint und auf dem Antisolarpunkt zentriert ist, wenn du deinen eigenen Schatten auf einer Fläche wie Nebel, Wolke oder feinem Sprühnebel siehst. Der Effekt ist am hellsten unmittelbar um den Schatten deines Kopfes herum, deshalb wird er manchmal Heiligenschein genannt. Er entsteht, weil das Licht, das von Wassertropfen oder Staubpartikeln zurück zum Beobachter gestreut wird, durch eine Kombination aus Beugung, Brechung und geometrischer Fokussierung in der Rückwärtsrichtung verstärkt wird.

Die Antikrone unterscheidet sich grundlegend von einer Korona, die ein Satz farbiger Ringe ist, die um die Sonne oder den Mond herum erscheinen, wenn man sie durch Wolken oder Nebel sieht. Eine Korona entsteht durch Beugung an gleichmäßig großen Tröpfchen; eine Antikrone entsteht durch Rückstreuungsverstärkung und ist auf den Antisolarpoint zentriert, nicht auf die Lichtquelle. Die beiden Phänomene können am gleichen Himmel nebeneinander auftreten, sind aber optisch unterschiedlich und treten unter verschiedenen Winkeln relativ zum Beobachter auf.

Entstehung und Sichtbarkeit

Die Antikrone lässt sich am leichtesten vom Flugzeug aus beobachten, wo ein klarer Antisolarpoint durch Wolkenschichten darunter sichtbar ist. Am Boden erscheint sie im Morgentau, in Nebelbanken oder im Seegischt, wenn der Beobachter mit der Sonne direkt hinter sich steht. Der Ring ist nicht scharf definiert, sondern eine sanfte Aufhellung, typischerweise einige Grade breit, mit maximaler Intensität etwa 10 bis 20 Grad vom Antisolarpoint entfernt. Die Polarisation des gestreuten Lichts ist erheblich; die Antikrone ist oft am stärksten, wenn sie durch Polarisationsfilter beobachtet wird, die senkrecht zur Streuebene ausgerichtet sind.

In der praktischen Optik und Fernerkundung ist die Antikrone eine Störungsquelle und Blitzquelle in Abbildungssystemen, die in oder nahe der Antisolarrichtung arbeiten. Wärmekameras und Radiometer, die die von Wolken abwärts gestrahlte Strahlung messen, müssen die Rückstreuungsverstärkung berücksichtigen, da sie die scheinbare Strahlungstemperatur in der Rückwärtshemisphäre erhöhen kann. Ebenso treffen Lidar- und Radarsysteme, die in einer Rückstreugeometrie arbeiten, auf unterdrücktes Rauschen und verbesserten Signalkontrast, weil Photonen bevorzugt in der Richtung des einfallenden Strahls zurückgesendet werden, ein Effekt, der mit dem optischen Mechanismus der Antikrone verbunden ist.

Der Begriff "Antikrone" kommt in der modernen wissenschaftlichen Literatur weniger häufig vor als "Glory", was sich speziell auf die farbigen Ringe bezieht, die in rückgestreutem Licht von Wolkentröpfchen zu sehen sind. Jedoch bleibt "Antikrone" in Kontexten optischer Instrumentierung nützlich, um die allgemeine Aufhellung und Rückstreuungsverstärkung in der Nähe des Antisolarpoints von den feiner strukturierten farbigen Ringphänomenen zu unterscheiden, die für monodisperse Aerosolschichten charakteristisch sind.

Mehr aus Optics and imaging

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.