Trifokalbrillen
Englisch: trifocals
Brille mit Korrektionsgläsern, die drei verschiedene optische Stärken pro Auge haben.
Trifokale: drei Sehbereiche in einer Linse
Eine Trifokallinse enthält drei unterschiedliche optische Stärken, die in ein einzelnes Glas- oder Kunststoffstück geschliffen sind. Sie ermöglicht dem Träger, ohne Brillenwechsel in der Ferne, im mittleren Bereich und in der Nähe scharf zu sehen. Jeder Bereich nimmt eine bestimmte Region der Linse ein: Fernkorrektur oben, mittlerer Bereich in der Mitte und Nahsicht (Lesen) in einem unteren Segment, typischerweise halbmondförmig oder D-förmig mit etwa 28 mm Breite und 12 bis 14 mm Höhe.
Der Mittelbereich, der Trifokale von Bifokalen unterscheidet, sitzt zwischen dem Fern- und Nahsegment und hat eine Stärke ungefähr in der Mitte zwischen beiden. Dieser Bereich erfüllt die Anforderungen von Arbeitern, die viel Zeit an Bildschirmen oder Bedienpanels verbringen, etwa 60 bis 80 cm entfernt, wo Bifokale allein eine unbequeme Lücke schaffen. Trifokale wurden ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Industrie und Handwerk zum Standard und sind bei Feinwerkern, Inspektoren und Bedienern verbreitet, die zwischen Fernbeobachtung und Detailarbeit wechseln.
Segmentform und Sichtbarkeit
Die sichtbare Linie zwischen den Zonen (Segmentlinie oder Kittlinie) erzeugt das charakteristische stufenförmige Aussehen einer Trifokalen. Flachrand- oder D-Segmentformen platzieren den Lesebereich tiefer und breiter, beliebt in Arbeitsschutzbrillen, weil sie mehr der oberen Linse für das allgemeine Sehen bewahren. Rundsegment- oder Executive-Trifokale haben einen runden oder kreisförmigen Lesebereich; sie bieten bessere Mittelbereichsicht, nehmen aber mehr des Sichtfeldes ein und sind in der Industrie seltener. Die Linsendicke nimmt mit höheren Stärken zu, und die Übergangszonen können leichte optische Verzerrungen verursachen, wo die Stärken sich ändern.
Die Mittelbereichsstärke liegt typischerweise halb bis zwei Drittel zwischen Fern- und Nahkorrektur. Ein Arbeiter mit einer Fernkorrektur von 0 Dioptrien und einem Lesezusatz von +2,50 könnte eine Mittelbereichsstärke von +1,25 oder +1,75 bei etwa 65 bis 70 cm bekommen. Dieser Kompromiss bedeutet, dass der Mittelbereich in einigen Entfernungen schärfer ist als in anderen; universale Schärfe über den gesamten Bereich ist mit einer einzelnen festen Stärke nicht erreichbar.
Progressive (stärkenlose) Gläser bieten heute nahtlose Stärkeverläufe über das gesamte Sichtfeld und haben viele Trifokale in Alltagsbrillen verdrängt. Trifokale bleiben in industriellen und spezialisierten optischen Bereichen erhalten, wo Segmentlinien ein akzeptabler Kompromiss sind, wo Kosten eine Rolle spielen und wo der plötzliche Stärkewechsel zwischen den Zonen den Trägern tatsächlich hilft, sich bewusst zu machen, welchen Bereich sie gerade nutzen. Feinarbeit in der Fertigung, Schmuckherstellung, Zahnmedizin und Gerätebau führt Arbeiter immer noch zu Trifokalbrillen.