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Textiltechnik

Áo dài

Englisch: ao dai

Ein zweiteiliges Kleid, das von vietnamesischen Frauen als Nationaltracht getragen wird.

Ao Dai: Vietnamesisches tailiertes Tunikakleid, in Bahnen geschnitten

Das Ao Dai ist ein langes Tunikakleid aus zwei Bahnen: einer vorderen und einer hinteren Bahn, die sich von der Schulter bis zum Knöchel erstrecken und über taillierten Hosen getragen werden. Die Konstruktionsweise ist zentral für die Textilproduktion: Die beiden Bahnen werden als separate Teile aus dem Stoff zugeschnitten und dann mit einem taillierten Oberteil im Torsobereich und lockeren, fließenden Röcken unterhalb der Hüfte zusammengesetzt. Das Kleidungsstück wird in Längsfadenrichtung geschnitten, um die charakteristische Drapierung zu erreichen, und die Nähte verlaufen vertikal an den Seiten und schaffen eine Silhouette, die eng über Brust und Taille anliegt, sich aber unterhalb der Hüfte in fließenden Bahnen öffnet.

Traditionelle Ao Dai werden aus Seide, Baumwolle oder synthetischen Mischungen wie Polyester gemischt mit Baumwolle oder seidenähnlichen Chemiefasern hergestellt. Seidenversionen, besonders schwere Charmeuse oder Rohseide, sind für formale Anlässe bevorzugt und halten strukturierte Falten gut. Baumwoll- und Baumwollmischversionen werden für den alltäglichen Gebrauch getragen. Das Flächengewicht liegt normalerweise zwischen 100 und 200 Gramm pro Quadratmeter für die feineren Qualitäten. Stickereien, Perlenarbeiten und Verzierungen sind im Textilveredelungsstadium häufig, wobei Bahnen oft mit traditionellen vietnamesischen Motiven verziert werden, die mit Seidengarn oder Metallic-Garn ausgeführt sind.

Der Schneiderprozess erfordert sorgfältige Schnittmusterentwicklung, besonders im Oberteilteil, wo die Passform dem Busen Platz bieten muss, während die charakteristische schmale Taille erhalten bleibt. Die Seitennähte sind oft weit hinten am Körper platziert, damit die vorderen Bahnen sich an der Mittelbrust ohne übermäßiges Volumen treffen können. Armausschnitte sind normalerweise hoch und eng geschnitten, um die Ärmel aufzunehmen, die sich in den meisten traditionellen Versionen bis zum Handgelenk erstrecken. Der Saum wird meist mit einer schmalen Umschlag oder mit Kontrastbesatz versäubert.

In der kommerziellen Textilproduktion werden Ao Dai sowohl auf industriellen Nählinen als auch in kleineren Werkstätten mit spezialisierter Schneiderei hergestellt. Die Produktionskosten variieren je nach Stoffwahl und Verzierungen erheblich: Einfache Baumwollversionen können 15 bis 40 USD in der Herstellung kosten, während handgestickte Seidenversionen über 200 USD erreichen können. Das Plissieren, das bei formalen Ao Dai üblich ist, wird normalerweise nach der Konfektionierung mit Hand- oder industrieller Dampfpressausrüstung angebracht.

Der Begriff "Ao Dai" setzt sich aus "Ao" für Kleidungsstück und "Dai" für lang zusammen und spiegelt das offensichtlichste visuelle Merkmal wider. Die moderne tailierte Form entstand im 18. und 19. Jahrhundert aus früheren vietnamesischen Kleidungsstücken und wurde während der französischen Kolonialzeit durch die Einführung strukturierter Schneidertechniken weiter verfeinert. Heute behält das Ao Dai seine Bedeutung im vietnamesischen Textiilerbe und wird auch für Exportmärkte hergestellt, wobei Hersteller in Vietnam, China und Bangladesch Versionen anfertigen, die von massenproduzierten Alltagskleidungsstücken bis zu maßgeschneiderten Couture-Stücken reichen.

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