Fließband
Englisch: assembly line
System aus Arbeitskräften und Maschinen, bei dem ein Produkt in aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten montiert wird; das Produkt wird typischerweise auf einem umlaufenden Band transportiert.
Fließband: kontinuierliche sequenzielle Fertigung auf einer beweglichen Plattform
Ein Fließband ist ein Fertigungssystem, bei dem ein Produkt durch eine Reihe von Arbeitsstationen auf einem Förderband läuft, wobei jede Station eine oder mehrere spezifische Operationen durchführt, bevor die Arbeit weitergeleitet wird. Das Kennzeichen ist die kontinuierliche Vorwärtsbewegung: Das Band, die Kette oder das Hängefördersystem transportiert Komponenten oder teilweise montierte Produkte an Arbeitern oder Maschinen vorbei, die an festen Positionen stationiert sind. Am Ende des Bandes ist das Produkt fertig. Die Geschwindigkeit wird zentral gesteuert, das heißt alle Stationen arbeiten im gleichen Takt, unabhängig von der Aufgabenkomplexität.
Fließbänder arbeiten mit einer festgelegten Taktzeit, gemessen in Sekunden pro Einheit. Dauert die Aufgabe an einer Station 45 Sekunden und der Takt beträgt 45 Sekunden, passt die Operation perfekt. Dauert eine Aufgabe 60 Sekunden, der Takt aber nur 45, entstehen Engpässe und der Durchsatz sinkt. Umgekehrt hat der Arbeiter Leerlaufzeit, wenn eine Aufgabe nur 20 Sekunden dauert. Bei der Prozessplanung werden die Aufgaben auf die Stationen verteilt, um eine hohe Auslastung zu halten und zu vermeiden, dass einzelne Positionen unter- oder überlastet werden.
Varianten und Flexibilität
Bänder mit Gummi- oder Stahlbelägen transportieren leichte bis mittelschwere Lasten; Rollenförderanlangen handhaben schwerere Teile; Hängeförderanlagen eignen sich gut für große Montagen wie Fahrzeuge oder Haushaltsgeräte. Einige Bänder können mehrere Produktvarianten herstellen, indem unterschiedliche Chargen durch ausgewählte Stationen geleitet werden, erfordern aber sorgfältige Sequenzierung, um Verwechslungen zu vermeiden. Chargenfließbänder, die regelmäßig anhalten, um Vorrichtungen umzurüsten, gibt es, verzichten aber auf die Produktivitätsgewinne, die eine kontinuierliche Bewegung bringt. Moderne Bänder kombinieren häufig automatisierte Stationen (Roboterarme, Pressen, Befestigungsautomaten) mit Handarbeit, sodass Menschen Aufgaben übernehmen können, die Geschicklichkeit oder Urteilsvermögen erfordern, während Maschinen repetitive Hochlastarbeit leisten.
Das Fließband bleibt das Rückgrat der Hochvolumenfertigung, weil es Standardisierung erzwingt, die Einarbeitung vereinfacht und eine vorhersehbare Leistung erreicht. Typische Probleme sind Bandstöpsel (wenn eine Station ausfällt, steht das gesamte Band still), Schwierigkeiten bei Produktänderungen und die physische und psychische Belastung für Arbeiter, die eine einzelne Aufgabe hunderte Male pro Schicht wiederholen. Taktung und Aufgabengestaltung wirken sich direkt auf Verletzungsquoten und Mitarbeiterbindung in arbeitsintensiven Betrieben aus.
Begriff und Konzept entstanden in der frühen 20. Jahrhundert; Henry Fords bewegtes Fließband für die Automobilherstellung wird oft als der Meilenstein genannt, der Massenproduktion wirtschaftlich tragbar machte. Heute erstreckt sich das Prinzip weit über Autos hinaus: Elektrotechnik, Haushaltsgeräte, Lebensmittelverarbeitung, Pharmazie und Konsumgüter setzen alle auf Variationen. Das System bleibt eine der einflussreichsten Innovationen in der Fertigung und hat ein Modell für die Organisation von Arbeit und Kapital etabliert, das die Industriekultur weltweit geprägt hat.