Luntensack
Englisch: saucisse
Langes und dünnes Rohr oder Beutel aus gut gekittetem Stoff oder Leder, gefüllt mit Pulver, dient zur Feuerleitung bei Minen, Kisten, Bombenbehältern usw.
Saucisse: Stoffzündschnur für den Untertagebau
Eine Saucisse ist ein flexibler, mit Schwarzpulver oder anderem Sprengstoff gefüllter Schlauch, der historisch dazu diente, die Detonation über Distanzen in Minen, Stollen und engen Räumen weiterzuleiten. Der Schlauch selbst besteht aus Stoff, in der Regel Leinen oder Baumwolle, der reichlich mit Pech oder Teer beschichtet ist, um ihn wasserdicht und strukturell stabil zu machen. Der Pulverkern ermöglicht eine gleichmäßige Flammenfortpflanzung über seine Länge mit kontrollierter Geschwindigkeit und bietet damit ein primitives, aber zuverlässiges Mittel zur Zündung von Ladungen, wo eine direkte Zündschnur unpraktisch wäre.
Der Name stammt vom französischen Wort für Wurst ab, ein passender Vergleich angesichts der röhrenförmigen Form und des gleichmäßigen Durchmessers. Saucisses waren Standardausrüstung bei militärischen Minierarbeiten des 17. und 18. Jahrhunderts, besonders für Sapeure, die unter Befestigungen hindurch Stollen trieben. Eine Saucisse konnte einen Durchmesser von 6 bis 12 Millimetern und eine Länge von mehreren Metern haben und ermöglichte es den Sapeuren, eine Pulverbahn durch einen Stollen zu legen und sich vor der Zündung in sichere Entfernung zurückzuziehen.
Die kritischen Faktoren waren die Packungsdichte, die Qualität der Pechversiegelung und die Pulverzusammensetzung. Eine zu locker gepackte Saucisse würde unregelmäßig brennen oder erlöschen; zu fest gepackt, riskierte sie, durch inneren Druck zu platzen. Feuchtes oder verschmutztes Pulver konnte dazu führen, dass die Flammenfront stehen blieb oder sich unvorhersehbar aufzweigte. Diese Ausfälle machten die Saucisse weniger zuverlässig als spätere Zündschnüre und Sprengschnüre.
Saucisses wurden auch bei Sprengarbeiten im Marinewesen eingesetzt, wo ihre Wasserfestigkeit ihnen gegenüber losen Pulverbahnen einen Vorteil gab. Sie erscheinen in militärtechnischen Texten des 18. und 19. Jahrhunderts und wurden schrittweise durch Papier- und Baumwollschnüre ersetzt, die sich als Standard durchsetzten. Der Begriff findet sich noch in historischer Militärliteratur, hat aber keine moderne industrielle Anwendung; heutige Sprengarbeiten nutzen stattdessen kommerzielle Sprengschnüre oder elektrische Zündsysteme.