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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Leidener Flasche

Englisch: Leyden jar

Glasgefäß oder Flasche zur Speicherung von statischer Elektrizität zwischen zwei Elektroden.

Leidener Flasche: der erste praktische elektrische Kondensator

Eine Leidener Flasche ist ein Glasgefäß, das innen und außen mit leitfähigem Material, typischerweise Metallfolie oder Blattmetall, beschichtet ist und elektrische Ladung zwischen seinen beiden Oberflächen speichert. Sie war das erste zuverlässige Gerät zum Sammeln und Speichern von statischer Elektrizität in nutzbaren Mengen und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelt. Benannt ist sie nach der niederländischen Stadt, in der sie erfunden wurde. Das Gefäß selbst, normalerweise zylindrisch und mehrere Zentimeter hoch, dient als Dielektrikum (isolierende Schicht) zwischen zwei Leitern und ermöglicht es, dass sich Ladung auf gegenüberliegenden Oberflächen ansammelt, wenn es mit einer Stromquelle verbunden ist.

Der Aufbau ist einfach, aber wirksam. Ein Glasgefäß wird mit Metallfolie umwickelt oder mit leitfähigem Material auf der Innen- und Außenseite beschichtet, allerdings nicht bis zum Rand. Ein Leiter oder eine Kette, isoliert dort, wo sie durch einen Korken oder hölzernen Verschluss führt, berührt die innere Beschichtung und stellt eine Anschlussöffnung für die Ladung bereit. Die äußere Beschichtung verbindet sich mit einer zweiten Anschlussöffnung, normalerweise einem Metallband oder Haken. Wenn hohe Spannung zwischen diesen Anschlüssen angelegt wird, sammelt sich Ladung auf den inneren und äußeren Oberflächen an, wobei das Glas als Trennschicht fungiert. Die Kapazität ist proportional zur Oberfläche und umgekehrt proportional zur Glasdicke. Daher speichern größere Flaschen und dünneres Glas mehr Ladung.

Praktische Grenzen und historische Bedeutung

Leidener Flaschen waren im 18. und frühen 19. Jahrhundert unverzichtbare Geräte für elektrische Experimente und Demonstrationen. Eine geladene Flasche konnte Experimentierenden einen scharfen Schlag versetzen (Benjamin Franklin und andere testeten diesen Effekt unmittelbar), und mehrere Flaschen konnten parallel oder in Reihe geschaltet werden, um gespeicherte Ladung oder Spannung zu erhöhen. Allerdings gaben sie kontinuierlich Ladung durch das Glas ab, es sei denn, sie wurden unter trockenen Bedingungen gelagert. Das Glas selbst konnte reißen oder innere Fehler entwickeln, die die Isolationsqualität verringerten. Der von einer Flasche abgegebene Schlag konnte heftig und unvorhersehbar sein, besonders wenn Flaschen durch den menschlichen Körper entladen wurden. Diese Geräte wurden obsolet, sobald zuverlässige elektrische Generatoren und verbesserte Kondensatoren später im 19. Jahrhundert entwickelt wurden.

Im modernen industriellen und schulischen Bereich überleben Leidener Flaschen hauptsächlich als historische Demonstrationen und Lernwerkzeuge zum Erklären von Kapazität und elektrostatischen Prinzipien. Eine Flasche hält Ladung unter trockenen Bedingungen stundenlang oder tagelang und kann bei Entladung durch den Körper immer noch einen spürbaren Schlag abgeben, was sie zum Demonstrieren der Verhalten von Elektrizität nützlich macht. Der Begriff selbst ist aus dem technischen Gebrauch verschwunden. Moderne Ingenieure sprechen stattdessen von Kondensatoren, die wesentlich effizienter, vorhersehbarer und sicherer sind.

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