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Kfz-Technik

Automatische Abstandsregelung

Englisch: automatic distance control

Technologien, die Radar, Infrarot und Bildverarbeitung nutzen, um eine dezentralisierte Erfassung der Fahrzeugumgebung zu ermöglichen

Automatische Abstandsregelung: Radar verhindert Auffahrunfälle

Die automatische Abstandsregelung ist ein Kollisionsvermeidungssystem, das einen eingestellten Abstand zwischen Ihrem Fahrzeug und dem vorausfahrenden Fahrzeug aufrechterhält und Drosselung sowie Bremsung ohne Fahrereingabe regelt. Es nutzt nach vorne gerichtetes Radar, manchmal auch Lidar oder Kamerasensoren, um die Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug zu messen und die Annäherungsgeschwindigkeit vorherzusagen. Wenn der Abstand unter Ihren eingestellten Sicherheitsabstand sinkt, reduziert das System die Gaspedalposition; verringert sich der Abstand weiter, wird die Bremse progressiv betätigt, um einen sicheren Abstand zu halten.

Die meisten Systeme arbeiten in zwei Modi: Bei Autobahngeschwindigkeit regeln sie den Gleichgewichtsabstand, meist zwischen 1,2 und 2,0 Sekunden Fahrtzeit einstellbar. Im Stauverkehr können sie das Fahrzeug fast zum Stillstand bringen und halten es stationär, dann wird die Fahrt wieder aufgenommen, wenn der Verkehr vor Ihnen freigegeben wird; die meisten Systeme erfordern aber eine regelmäßige Bestätigung durch den Fahrer zum Wiederaktivieren. Die Radarantenne sitzt normalerweise hinter dem Kühlergrill oder der Stoßfängerblende und arbeitet bei Frequenzen von etwa 77 GHz in Automobilanwendungen.

Ausfallmuster und Grenzen

Diese Systeme haben spezifische Schwachstellen. Starker Regen, Schnee und Straßenspritzer beeinträchtigen Radar- und Kameraleistung; Metallgegenstände vor dem Fahrzeug können zu Fehlerkennungen führen. Fußgänger, die plötzlich in die Fahrspur treten, stehende Fahrzeuge, die das Radarsignal nicht auslösen, oder abruptes Ausweichen um ein Hindernis herum können keine rechtzeitige Bremsung auslösen, weil das System davon ausgeht, dass das Objekt ein Fahrzeug in der gleichen Spur ist. Die adaptive Fahrgeschwindigkeitsregelung, wie sie oft genannt wird, ist kein Notfall-Kollisionsvermeidungssystem; sie ist Komfortautomation und sekundäre Sicherheit, niemals primär.

Der Name des Systems beschreibt seine Funktion: Es passt die klassische Fahrgeschwindigkeitsregelung, die eine konstante Geschwindigkeit hielt, durch aktive Abstandsregelung an. Erstmals im großen Maßstab in den frühen 2000er Jahren bei Luxuslimousinen eingesetzt, hat es sich seitdem über verschiedene Preissegmente und Fahrzeugklassen verbreitet. Die Integration in Fahrzeugnetzwerke und automatisierte Notbremssysteme hat moderne Versionen aggressiver und reaktiver als frühe Ausführungen gemacht; die Verzögerung zwischen Sensoreingabe und Bremsenbefehl wurde von etwa 200 Millisekunden auf unter 100 Millisekunden in aktuellen Ausführungen reduziert.

In der gesamten Fahrzeugtechnik sitzt die automatische Abstandsregelung zwischen passiver Sicherheit (Airbags, Struktur) und höherstufiger autonomer Fahrtechnik; sie ist die reifste und am weitesten verbreitete halbautonome Funktion in heutigen Serienfahrzeugen. Vorschriften in der EU, den USA und anderen Märkten schreiben zunehmend automatisierte Notbremssysteme bei neuen Modellen vor, was die Sensorverbreitung und Algorithmenoptimierung in der gesamten Branche beschleunigt hat.

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