Automatikgetriebe
Englisch: automatic transmission
Ein Fahrzeuggetriebe, das die Gänge automatisch entsprechend der Fahrzeuggeschwindigkeit und/oder Belastung schaltet und keine Bedienereingabe zum manuellen Gangwechsel unter normalen Fahrbedingungen erfordert.
Automatikgetriebe: Gänge, die sich selbst schalten
Ein Automatikgetriebe ersetzt Hand und Fuß des Fahrers durch Hydraulikdruck und mechanische Regler. Im Gehäuse sitzen mehrere Planetenradsätze, eine Flüssigkeitskupplung oder ein Drehmomentwandler sowie ein Ventilblock. Wenn sich die Motordrehzahl und die Fahrzeugbelastung ändern, wird Hydraulikflüssigkeit durch Kanäle geleitet, um verschiedene Übersetzungsverhältnisse einzulegen, ohne dass der Fahrer einen Schalthebel bedienen muss. Der Motor bleibt über ein zähflüssiges Ölbad mit den Rädern verbunden, anstatt über eine mechanische Kupplung. Deshalb werden Automatikgetriebe in älteren Maschinen oft als Fluidkupplungen bezeichnet.
Automatikgetriebe gibt es in Ausführungen mit festgelegten Übersetzungen und stufenlosen Varianten. Die meisten Industrie- und Schwerlastmaschinen nutzen Planetenautomatik mit 4 bis 8 Vorwärtsgängen und Rückwärtsgang. Ein Regler, normalerweise ein Fliehkraftmechanismus auf der Abtriebswelle, erfasst die Fahrzeuggeschwindigkeit und signalisiert dem Ventilblock, hochzuschalten oder herunterzuschalten. Eine Lastempfindung per Drosselventil reagiert auf die Motorbelastung und hält das Getriebe unter Last in niedrigeren Gängen. Schwere Laster und Radlader haben oft Power-Shift Automatikgetriebe, mit denen der Fahrer Gänge manuell zwingen kann, während die automatische Funktion erhalten bleibt.
Ausfallarten und Instandhaltung
Automatikgetriebe fallen aus, wenn die Hydraulikflüssigkeit durch Hitze abbaut, wenn die Reibbeläge der Lamellenkupplungen bis über ihre Grenzen verschleißen, oder wenn Dichtungen ausfallen und Flüssigkeit austritt. Der Drehmomentwandler kann innere Undichtheiten entwickeln, die die Kupplungswirkung verringern. Die meisten Automatikgetriebe laufen bei Flüssigkeitstemperaturen von 60 bis 93 °C; Überschreitung von 104 °C beschleunigt den Flüssigkeitsverschleiß und Dichtungsausfälle. Regelmäßige Flüssigkeits- und Filterwechsel verlängern die Lebensdauer des Getriebes erheblich, wobei die Wartungsintervalle je nach Maschinentyp und Einsatzprofil stark variieren.
Der Begriff Automatik kam in den 1940er Jahren als Marketingunterscheidung vom Standardschaltgetriebe in Gebrauch. Hydraulische Automatikgetriebe bleiben in Lastkraftwagen, Baggern und Radladern vorherrschend, weil sie raue Behandlung tolerieren und sanfte Kraftübertragung unter wechselnden Lasten bieten. Bei Pkw wurden Automatikgetriebe durch Doppelkupplungs- und CVT-Systeme ergänzt, aber traditionelle hydraulische Automatikgetriebe machen im Bestand noch Millionen von Einheiten aus. Hersteller von Industriemaschinen bevorzugen sie wegen ihrer Einfachheit, Zuverlässigkeit und Fähigkeit, Spitzenmomente ohne Fahrereingriff zu verkraften.