Tellurid-Gold
Englisch: telluric gold
Goldtellurid-Erz, ein goldhaltiges Mineral, bei dem Gold chemisch an Tellur gebunden ist.
Tellurisches Gold: Gold, das chemisch an Tellurerze gebunden ist
Tellurisches Gold ist gediegen Gold, das sich chemisch mit Tellur zu Goldtellurid-Mineralen verbunden hat, am häufigsten Calaverit (AuTe2) und Sylvanit ((Au,Ag)Te2). Anders als freies Gold, das als Nuggets oder Mehl in Seifenlagerstätten vorkommt, ist tellurisches Gold in eine kristalline Mineralstruktur eingebunden, in der die Goldatome Elektronen mit Telluratomen teilen. Diese Bindung macht das Erz erheblich schwieriger zu verarbeiten, wenn man konventionelle Gravimetrische Trennung oder einfaches Cyanidlaugen einsetzt.
Tellurisches Gold tritt in mäßig bis hochtemperierten hydrothermalen Gängen auf, oft zusammen mit anderen Edelmetallen und Basismetallsulfiden. Der Cripple-Creek-Distrikt in Colorado, die Kalgoorlie-Region in Westaustralien und Teile Rumäniens haben historisch erhebliche Mengen telluridisches Erz produziert. Der Tellurgehalt liegt in wirtschaftlich rentablen Lagerstätten typischerweise bei 1 bis 3 Prozent Gewichtsanteil, mit Goldgewinnungsraten zwischen 60 und 85 Prozent je nach Erzmineralogie und Verfahrensmethode.
Verarbeitungsschwierigkeiten und Methoden
Die Standardgoldgewinnung scheitert bei Telluriden, weil das Gold durch bloßes Zerkleinern nicht leicht freigegeben wird. Das Rösten des Erzes bei Temperaturen zwischen 400 und 700 Grad Celsius oxidiert das Tellur und wandelt das Gold in eine leichter laugbar Form um, entwickelt aber gefährliche Telluroxid-Dämpfe, die sorgfältige Belüftung und Wäsche erfordern. Manche Betriebe nutzen Drucklaugung oder Bakterienlaugung als Alternativen. Das geröstete Erz kann dann mit Cyanid oder anderen Laugungsmitteln behandelt werden, um das Gold aufzulösen, das anschließend durch Fällung oder Elektrolyse zurückgewonnen wird.
Der Ausdruck tellurisch stammt vom lateinischen tellus (Erde) ab und beschrieb ursprünglich alles, das sich auf die Erde oder den Boden bezieht; seine Verwendung in der Mineralogie spiegelt den Tellurgehalt wider, nicht eine geografische Herkunft. Der Begriff ist in moderner Fachliteratur etwas in Ungnade gefallen, da die Verarbeitungsmethoden standardisiert wurden und die Unterscheidung zwischen Telluriden und anderen refraktären Erztypen betrieblich weniger entscheidend wurde, bleibt aber präzise Beschreibungsterminologie in der Erzmineralogie und älteren Bergbauunterlagen.
Tellur ist selbst ein wertvolles Nebenprodukt; es findet sich in Solarzellen, thermoelektrischen Geräten und Legierungen. Bergleute und Metallurgen müssen die Tellurgewinnungswirtschaft neben der Goldgewinnung berücksichtigen, da der Tellurmarkt die Projektrentabilität wesentlich beeinflussen kann. Die umweltgerechte Handhabung von Tellurrückständen erfordert sorgfältiges Management aufgrund seiner Toxizität und seiner bioakkumulativen Eigenschaften.