Rückfahrkamera
Englisch: backup camera
Eine Kamera an der Fahrzeugfront zur Unterstützung beim Rückwärtsfahren und zur Beseitigung von Sichtblindflecken im hinteren Bereich.
Rückfahrkamera: Rückwärtsfahrsystem für Fahrsicherheit
Eine Rückfahrkamera ist eine Videokamera, die an der Fahrzeugrückseite angebracht ist, normalerweise über oder integriert in die hintere Stoßstange oder die Kennzeichenhalterung. Sie überträgt ein Livebild auf ein Armaturenbrett-Display oder einen Infotainment-Bildschirm, wenn das Getriebe in Rückwärtsgang geschaltet wird. Die Hauptaufgabe besteht darin, das Sichtfeld des Fahrers hinter dem Fahrzeug zu erweitern und die großen Toten Winkel zu beseitigen, die durch die Fahrzeugkarosserie, Rücksitze und Kopfstützen bei reiner Spiegelbenutzung entstehen.
Die meisten Rückfahrkameras arbeiten mit einem Weitwinkelobjektiv, typischerweise 120 bis 170 Grad, um den Bereich direkt hinter und neben dem Fahrzeug zu erfassen. Das Bild wird oft horizontal gespiegelt, sodass Steuereingaben den Fahrererwartungen entsprechen: Das Lenkrad nach rechts zu drehen erscheint auf dem Bildschirm als eine Rechtsdrehung der Ansicht. Viele moderne Systeme überlagern Gitternetzlinien oder Abstandsmarken zur Hilfe beim Beurteilen der Bremsweglänge und Bordsteinnähe. Die Auflösung reicht bei kabelgebundenen Systemen von 480 bis 1080 progressive Zeilen; drahtlose Systeme arbeiten typischerweise auf dem 2,4-GHz-Band und weisen eine geringe Latenz auf, was normalerweise bei Rückwärtsfahrgeschwindigkeiten unter 8 km/h akzeptabel ist.
Integration und anfällige Punkte
Kabelgebundene Kameras, die dauerhaft an den Rückfahrtlichtern angeschlossen sind, erfordern einen festen Einbau durch die Fahrzeugkarosserie; drahtlose Nachrüstsätze vereinfachen die Montage im Aftermarket, hängen aber von der Ladung der Kameraeinheit und der Funkverbindung ab. Die Bildqualität verschlechtert sich erheblich bei schlechtem Licht oder in der Nacht ohne zusätzliche Beleuchtung, und die meisten Seriensysteme haben LED-Leuchten mit 6000 K für diesen Zweck. Das Kameraobjektiv und die Fassung sind Witterung, Straßenspritzern, Schmutz und Temperaturschwankungen ausgesetzt; Verschmutzung und Kondensation auf dem Objektiv sind eine häufige Ursache für schlechte Bildqualität und erfordern normalerweise manuelle Reinigung.
Elektronische Ausfallmodi beinhalten Signalverlust (drahtlose Systeme), durchgebrannte Rückfahrt-Sicherungen, korrodierte Steckerverbindungen bei kabelgebundenen Modellen sowie Feuchtigkeitseintritt in versiegelte Kameragehäuse. Vibration durch starkes Bremsen oder unwegsames Gelände kann die Montagehardware graduell lockern und die Kamera zum Kippen oder Verrutschen bringen. Bei einigen Fahrzeugen sitzt die Kamera in Stoßstangenhöhe, wo Eisbildung während der Winterfahrt das Objektiv ganz verdeckt.
Rückfahrkameras wurden in den USA ab Mai 2018 durch NHTSA-Sicherheitsvorschriften zur Standardausrüstung aller neuer Fahrzeuge der Leichtklasse; ähnliche Anforderungen gelten jetzt in der Europäischen Union, Kanada und anderen Märkten. Diese Anforderung trieb die Standardisierung von Steckertypen und Integrationsprotokolle voran und machte Nachrüstsätze zuverlässiger. Die Technik ist jetzt die Grundlage für fortschrittlichere Fahrerassistenzsysteme, einschließlich Rundumansicht und Parkautomatik, die Eingaben von mehreren Kameras um die Fahrzeugperipherie zusammenfassen.