Bark
Englisch: bark
Segelschiff mit drei oder mehr Masten, bei dem die Vorder- und Großmast vollgetakelt und die Besanmast Schooner-getakelt sind.
Bark: Rahsegler mit Schratsegel am Besanmast
Eine Bark ist ein Segelschiff mit mindestens drei Masten, bei dem die vorderen Masten Rahsegel führen und der achterste Mast Schratssegel trägt. Die typische Anordnung kombiniert zwei oder drei rahgetakelte Masten vorne mit einem nach Art einer Schoner getakelten (Gaffelsegel-) Besanmast achtern. Diese Hybrid-Takelage beherrschte den Seehandel vom 18. Jahrhundert bis in die frühen 1900er Jahre, weil sie Ladekapazität, Seegängigkeit und eine kleinere Besatzung für die Bedienung der achteren Segel gegenüber einem vollständig rahgetakelten Schiff bot.
Die Unterscheidung ist operativ wichtig. Ein Vollschiff trägt Rahsegel an allen Masten; eine Bark verzichtet darauf am Besanmast. Das spart Takelungsgewicht, reduziert die Arbeit beim Setzen und Trimmen und verbessert die Handlichkeit beim Kreuzen, da das Schratsegel des Besanmastes wie ein modernes Vorsegel wirkt. Eine Barkentine geht den entgegengesetzten Weg und rahgetakelt nur den Fockmast, während Großmast und Besanmast Schratssegel führen. Die vier-mastige Bark war im späten 19. Jahrhundert verbreitet und nutzte die Takelage profitabel auf längeren Routen, wo Rahsegel an den ersten drei Masten die Passatwinde wirksam ausnutzten.
Barks hatten Verdrängungen von etwa 500 bis 3.000 Tonnen. Die größeren Exemplare, oft in Großbritannien, Deutschland und Skandinavien gebaut, beförderten Massengüter wie Getreide, Nitrate und Guano über den Pazifik und zwischen europäischen und australischen Häfen. Stahlrümpfe wurden ab den 1880er Jahren Standard, verlängerten die Betriebsdauer und ermöglichten höhere Beladung. Die Takelage bewährte sich so praktisch, dass Barks bis in die 1920er Jahre neben Dampfschiffen auf Langstreckenrouten konkurrenzfähig blieben, wo die Grenzkosten der Windkraft längere Fahrtzeiten rechtfertigten.
Konstruktive und betriebliche Grenzen
Die Schrattsegel des Besanmastes erforderten sichere Mastfüße und zuverlässige Befestigungspunkte; die Spannungsverteilung unterschied sich vom vollständig rahgetakelten Design. Bark-Kapitäne mussten das Zusammenspiel zwischen Wetterschieffer der Rahsegel und der ausgleichenden Wirkung des Besanmastes beherrschen, ein Balanceakt der Geschick und Erfahrung verlangte. Die Ladung wurde tiefer verstaut, um die Stabilität unter dem Gewicht von drei oder mehr rahgetakelten Masten zu wahren.
Der Begriff Bark könnte sich vom niederländischen bark oder portugiesischen barca, Worten für kleine Schiffe, herleiten, obwohl die moderne Bark als definierte Klasse während der Segelschiff-Ära entstand. Sie bleibt ein präziser Begriff in der Schifffahrtsgeschichte und in Versicherungsunterlagen, unterscheidet diesen effizienten Hybrid vom Vollschiff und der Schoner in technischer Klassifikation und in Berichten über Handelsreisen und Werftakten.