Gerste-Siebmaschine
Englisch: barley reel
Eine Maschine zum Entfernen von Wildhafer aus Gerste, von Wildhafer aus großkörnigem Hafer und von Stifthafer aus Weizen.
Gerste-Rüttelsieb: schwerkraftbetriebene Saatgutsortiermaschine zur Getreidereinigung
Ein Gerste-Rüttelsieb ist eine zylindrische Trommel, typischerweise 90 bis 120 cm Durchmesser und 60 bis 90 cm breit, aus Stahl oder Aluminium mit Schlitzen oder Perforationen in definierten Breiten. Es dreht sich mit 15 bis 25 Umdrehungen pro Minute und nutzt Schwerkraft und Bewegung, um Saatgut und Fremdstoffe nach Größe und Gewicht zu trennen. Kleinere Körner fallen durch die Schlitze, während größere auf der gekrümmten Oberfläche zur Auswurfrinne rollen.
Die Maschine löst ein praktisches Problem in der Getreidewirtschaft: Flughafer, der dem Gerste-Korn fast gleicht, haftet an geernteter Gerste und mindert deren Marktwert und Müllqualität. Ähnlich verunreinigt dünner Hafer (kleine, schlanke Hafersorten) Weizenerntegut. Das Rüttelsieb trennt diese Körner durch unterschiedliche Korndicke: Flughafer ist flacher als Gerste und fällt durch Schlitze, die Gerste zurückweisen, aber dünne Haferkörner durchlassen. Das gleiche Prinzip gilt für dünnen Hafer und vollwertigen Weizenkörnern.
Schlitzbreite ist die entscheidende Spezifikation. Ein Sieb für Flughaferausscheidung aus Gerste könnte 4,76 mm breite Schlitze haben, während eines für dünnen Hafer 5,56 mm oder 5,95 mm Schlitze nutzt. Das Rüttelsieb ist um 15 bis 25 Grad gegen die Horizontale geneigt und hat Hubschaufeln innen in der Trommel, um Material hochzutragen und beim Drehen wiederholt abzuwerfen. Dies gewährleistet dauernden Kontakt zwischen Saatgut und Öffnungen.
Das Gerste-Rüttelsieb sitzt in der Getreidevorbereitung zwischen Vorsiebung und Endsortierung. Es folgt typisch auf einen magnetisierten Aspirator, der Eisenmetall und leichte Spreu entfernt, und steht vor einem Schüttelwerk oder Dichtetrenner, der letzte Schnitte nach Dichte und Länge macht. Bediener müssen auf Verstopfung achten, wo Körner in Schlitzen klemmen und nicht fallen, meist durch feuchtes Getreide oder mangelnde Trommelreinigung. Das Sieb arbeitet am besten bei trockenem Getreide mit Feuchte unter 12 Prozent.
Nach seinem historischen Gebrauch bei Gerstenvorbereitung für Mälzerei und Brauerei benannt, stammt die Gerste-Rüttelsieb-Konstruktion aus dem frühen 20. Jahrhundert und hat sich im Grundprinzip kaum verändert. Moderne Varianten nutzen Edelstahl-Trommeln für leichtere Reinigung und höhere Durchsatzauslegungen bis 50 bis 100 Tonnen pro Stunde, je nach Getreideart und Schlitzgröße. Das Sieb ist in manchen Ländern durch optische und dichtebasierte Sortierer seltener geworden, bleibt aber in Genossenschaften und kleineren Mühlen häufig, wo Budgets Modernisierungen begrenzen.