SpracheEnglishDeutsch
Metallurgie

Bimetall

Englisch: bimetal

Ein Objekt aus zwei verschiedenen Metallen.

Bimetall: zwei Metalle verbunden für kontrollierte Bewegung

Ein Bimetall ist ein Verbundstreifen oder Bauteil aus zwei verschiedenen Metallen, die über ihre gesamte Länge oder Fläche miteinander verbunden sind, fast immer Stahl und ein Nichteisenmetall wie Messing, Bronze oder Invar. Die Verbindung ist dauerhaft und metallurgisch, erzielt durch Walzen, Hartlöten oder Sprengschweißen je nach Anwendung und erforderlicher Festigkeit. Die beiden Metalle behalten ihre unterschiedlichen Materialeigenschaften, während sie als eine Einheit funktionieren.

Der grundlegende Zweck eines Bimetalls ist die Ausnutzung unterschiedlicher Wärmeausdehnungen. Beim Erhitzen dehnen sich die beiden Metalle mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus, da sie unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten haben. Dieses Missverhältnis erzeugt mechanische Spannung, die den Streifen in einer vorhersehbaren Richtung und Größe biegt oder durchbiegt. Stahl dehnt sich weniger aus als Messing, daher wird sich ein Stahl-Messing-Bimetall beim Erhitzen zur Stahlseite hin krümmen. Diese Eigenschaft macht Bimetalle als Temperaturfühler und automatische Schalter unverzichtbar.

Häufige Anwendungen und Aufbau

Bimetallische Thermostate sind der klassische Anwendungsfall: Der Streifen wird in einer Spirale oder als Kragarm geformt und mit einem elektrischen Kontakt verbunden. Mit steigender Temperatur biegt sich das Bimetall und unterbricht oder schließt einen Stromkreis. Industrieöfen, Warmwasserbereiter, Kühlgeräte und Motorschutzvorrichtungen basieren alle auf diesem Prinzip. Die Metallpaarung und Streifendicke werden so gewählt, dass die Durchbiegung in einem engen, spezifischen Temperaturbereich erfolgt. Ein Bimetall, das bei 65 Grad Celsius auslöst, wird bei 64 Grad nicht auslösen.

Weniger bekannt, aber ebenso wichtig sind Bimetalle, die in Kompensationsanwendungen verwendet werden. In Präzisionsinstrumenten, Uhren und Messinstrumenten werden Bimetallstreifen eingebaut, um unerwünschte Wärmeausdehnung in anderen Teilen des Mechanismus auszugleichen. Ein Stahlunruh in einer mechanischen Uhr dehnt sich mit der Wärme aus und verliert an Genauigkeit; ein Bimetall-Kompensationssystem krümmt sich nach innen, gerade genug, um den wirksamen Radius wiederherzustellen und die Ganggenauigkeit über Temperaturschwankungen hinweg stabil zu halten.

Die Festigkeit der Verbindung zwischen den beiden Metallen ist entscheidend. Eine schlechte Haftung führt zu Ablösungen bei thermischen Wechseln oder mechanischer Belastung und zerstört die Brauchbarkeit des Bauteils. Industrielle Bimetalle müssen auch an der Grenzfläche korrosionsbeständig sein, besonders in feuchten oder chemischen Umgebungen. Dickenverhältnisse und Legierungswahl variieren stark; ein thermostatisches Bimetall kann 0,5 mm dick sein und Invar (eine Nickel-Stahl-Legierung mit minimaler Ausdehnung) mit Messing verbunden enthalten, während Strukturanwendungen dickere Bleche mit anderen Paarungen verwenden können.

Mehr aus Metallurgy

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.