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Textiltechnik

Abketten

Englisch: bind off

Ein Verfahren zum Abketten von Maschen.

Abketten: Sicherung der letzten Maschen zum Fertigstellen von Strickware

Abketten ist der Prozess, bei dem aktive Maschen von der Stricknadel gesichert werden, damit das Gestrick nicht aufläuft. Ist die gewünschte Länge des Strickstoffes erreicht, müssen die Schleifen durch das Durchziehen jeder Masche durch die benachbarte dauerhaft arretiert werden, um eine fertige Kante zu schaffen. Dieser Schritt ist sowohl beim Handstricken als auch beim industriellen Stricken unverzichtbar; ohne ihn würde das gesamte Teil aufgehen, wenn man einen einzelnen Faden zöge.

Das standardisierte industrielle Abketten verwendet eine Einfadentechnik, bei der der Faden nacheinander durch jede Masche gezogen wird. Auf Flachstrickmaschinen führt der Abkettwagen diesen Vorgang automatisch durch, wenn der letzte Maschemgang abgeschlossen ist. Rundstrickmaschinen nutzen üblicherweise einen separaten Abkettmechanismus, der arbeiten kann, während der Zylinder weiterdreht, oder nachdem das Stricken gestoppt hat. Geschwindigkeit und Spannung des Abkettens beeinflussen unmittelbar die Elastizität und das Aussehen der fertigen Kante; zu fest und die Kante wird starr und anfällig für Faltenbildung, zu locker und die Maschen trennen sich deutlich sichtbar.

Varianten und Kantenveredlung

Unterschiedliche Fasern und Verwendungszwecke erfordern verschiedene Abketttechniken. Leichte Garne auf feinen Maschinen verwenden oft ein Raffabketten, bei dem mehrere Maschen durch eine einzelne Schlaufe gezogen werden, um Dichte zu schaffen. Schwere Strickstoffe können ein Kettabketten nutzen, das eine sichtbare geflochtene Kante hinterlässt. Manche Fertigungsserien erhalten eine Nachbehandlung, etwa Wärmefixierung der abgeketteten Kante zur Verbesserung der Stabilität, besonders bei Synthesefasern wie Polyester oder Nylon.

Probleme entstehen, wenn die Abkettspannung nicht richtig auf Garnstärke und Maschinenfeinheit abgestimmt ist. Lockeres Abketten hinterlässt Lücken und lässt Maschen verrutschen; festes Abketten erzeugt einen Zusammenzieheffekt, der die Kleidungsform verzerrt und die Breite reduziert. Bei Maschinen in Hochgeschwindigkeitsbetrieb führt ungleichmäßige Spannung über die Stoffbreite zu einer gewellten oder muschelförmigen fertigen Kante statt einer geraden Linie. Fadenbruch beim Abketten, ob durch mechanische Reibung oder Materialfehler, führt zu unvollständigem Abketten und erfordert manuelle Reparatur, bevor das Teil die Maschine verlässt.

Der Begriff stammt aus dem Handstrick-Vokabular, wo die Aktion des Abkettens buchstäblich die letzte Masche an sich selbst festbindet. Im industriellen Kontext bleibt er der Standardbegriff, obwohl der Prozess nun mechanisiert ist. Qualitätskontrollpersonal prüft routinemäßig abgekettete Kanten auf Gleichmäßigkeit und Verankerungsfestigkeit, denn diese Kante muss Näh- und Verarbeitungsvorgänge sowie Kundenhandhabung ohne Trennung überstehen.

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