Bindemaschine
Englisch: binder
Eine Maschine zum Ernten, die Getreidestengel abschneidet und diese zu Bündeln oder Garben zusammenbindet.
Bindemaschine: die Maschine, die Getreide in einem Arbeitsgang schneidet und bündelt
Eine Bindemaschine ist eine Erntemaschine, die stehendes Getreide oder ähnliche Feldfrüchte in Bodenhöhe schneidet und die geschnittenen Halme sofort zu Garben oder Bündeln zusammenfasst. Das Erntegut gelangt in ein Schneidwerk, üblicherweise ein Hubbalkenmesser oder eine Sichelleiste, und wird dann über einen geneigten Förderer oder eine Schnecke zur Bindekammer transportiert, wo Schnur, Netzfolie oder Draht um jedes Bündel gewickelt und gebunden wird, bevor es ausgeworfen wird.
Bindemaschinen entstanden in den 1870er Jahren und wurden zur Standardausrüstung für Weizen, Hafer, Gerste und andere Getreidearten, bevor Mähdrescher dominierend wurden. Eine typische stationäre Bindemaschine konnte je nach Bestandsdichte und Fahrgeschwindigkeit 15 bis 40 Garben pro Stunde binden. Der Begriff "Bindemaschine" wird noch verwendet, obwohl die Maschinen selbst aus dem kommerziellen Getreidebau in mechanisierten Regionen weitgehend verschwunden sind und durch Mähdrescher ersetzt wurden, die das Getreide im Feld dreschen und reinigen.
Die Bindmaterialien unterscheiden sich je nach Zeit und Region. Frühe Bindemaschinen verwendeten natürliche Schnur aus Hanf oder Leinen; spätere Modelle wurden auf papierummantelte Schnur und Kunststoffe umgestellt. Die Schnur wird von einer Spule zugeführt, von rotierenden Fingern oder Hakenmechanismen um das Bündel gewickelt und von einem Knotgerät gebunden, das das Material unter Spannung zu einem Knoten verschließt. Das Timing ist entscheidend; das Knotgerät muss genau im richtigen Moment auslösen, wenn das Bündel die richtige Dichte erreicht hat.
Ausführungen und anhaltende Verwendung
Eine selbstfahrende oder traktorgebundene, über die Zapfwelle angetriebene Bindemaschine brachte Kraftantrieb zum Schneiden, Fördern und Binden; bodengetriebene Bindemaschinen nutzten ein über das Stoppelfeld rollendes Rad, um den inneren Mechanismus anzutreiben. Kleinflächenbauern, Züchter von Getreide in Handwerkstradition und Biobetriebe in einigen Regionen verwenden noch renovierte oder neue Bindemaschinen, weil gebündeltes und getrocknetes Getreide sich gut lagert und später nach Bedarf gedroschen werden kann, was die Erntebelastung und den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum Mähdreschen senkt.Häufige Ausfälle sind Schnurstaus im Knotwerk, Schlupf des Antriebsrades auf weichem Boden, stumpfe Schneidmesser, die Halme quetschen statt zu schneiden, und Überlastung der Bindekammer bei zu dichtem oder zu feuchtem Bestand. Ein ordnungsgemäßer Betrieb erfordert gerades, ebenes Gelände und gleichmäßige Bestandsreife; Lagerflächen oder verwickeltes Getreide blockieren die Maschine. Die Qualität des Knotens bestimmt, ob Garben beim Stapeln und Lagern zusammenhalten; das ist eine Aufgabe, bei der die richtige Einstellung des Knotwerks fachliche Erfahrung verlangt.
Die Bindemaschine nimmt einen besonderen Platz im Spektrum der Erntemaschinen ein. Anders als eine Drillmaschine oder Sämaschine wirkt sie nur bei der Ernte. Anders als ein Mähdrescher drischt und reinigt sie nicht; ihr Produkt ist ein verpacktes Zwischenprodukt, das zum Dreschen, Lagern oder Verfüttern ohne weitere Verarbeitung bereit ist. Diese Trennung von Schneiden und Bündeln vom Dreschen war ökonomisch vernünftig in Zeiten, als Dreschen ein separater, gemeinschaftlicher oder saisonaler Vorgang war, und diese Logik bleibt auch heute noch bei niedrigen Mengen und Spezialgetreideproduktion sinnvoll.